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Dienstag, 27. Mai 2008

Chlorhühnchen aus den USA: EU will uns was auftischen

Die EU-Kommission stellt am Mittwoch einen umstrittenen Vorschlag zur Wiederzulassung von Chlor-Hühnchen aus den USA offiziell vor. Nach dem Gesetzesentwurf der Brüsseler Behörde soll ein elfjähriges Importverbot für Geflügel fallen, das mit einer Chlorlösung desinfiziert ist. Für die Verbraucher sollen die chemisch behandelten Hühnerschenkel oder Putenbrüste aus den USA auf der Verpackung deutlich gekennzeichnet werden.

Der Vorschlag gilt als Zugeständnis an Washington kurz vor dem Gipfeltreffen mit der EU am 10. Juni in Slowenien. Deutschland und 20 weitere EU-Staaten haben Widerstand angekündigt. Dem Vorschlag muss eine qualifizierte Mehrheit der Mitgliedstaaten zustimmen.

Seehofer strikt gegen Einfuhr

Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) widersetzt sich weiterhin den Plänen der EU-Kommission, mit Chlor behandelte Hähnchenteile wieder in die Europäische Union zu lassen. Der Minister sagte am Dienstag am Rande eines Treffens mit seinen EU-Kollegen im slowenischen Brdo: "Ich halte das für ganz und gar falsch." Seehofer steht mit seiner Ablehnung nicht allein. Auch Frankreich und zahlreiche andere Mitgliedstaaten wehren sich gegen eine Lockerung des Verbots.

Die USA fordern energisch die Aufhebung des Verbots und reklamieren Einnahmeverluste von mehr als 100 Millionen Euro für ihre Geflügelwirtschaft. Sie führen ins Feld, dass wissenschaftliche Gutachten die Methode der Desinfizierung als unbedenklich beurteilten. Seehofer verwies angesichts der Lebensmittelstandards in der EU darauf, dass das den Verbrauchern nicht zu erklären sei.

"Erzählen sie das mal den Leuten in Deutschland", sagte er. Seehofer lehnt auch Etikette ab, auf denen auf die Behandlung hingewiesen wird.

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