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Maßnahmen gegen die KriseFed gewährt Zinsen

06.10.2008, 17:23 Uhr

Die US-Notenbank Fed will mit einer Reihe zusätzlicher Maßnahmen die Liquiditätsversorgung der angeschlagenen Geld- und Kreditmärkte sicherstellen. Auch die Notenbanken anderer Länder greifen ein.

Die US-Notenbank Fed gibt weiter Milliarden an frischer Liquidität in das immer mehr austrocknende Finanzsystem. Sie kündigte am Montag eine Reihe zusätzlicher Maßnahmen an, um die Liquiditätsversorgung der angeschlagenen Geld- und Kreditmärkte sicherzustellen. Nach den Angaben der Notenbank sollen unter anderem die Höhe der 28 und 84 Tage laufenden Dollarauktionen ab sofort auf jeweils 150 Mrd. Dollar ausgeweitet werden. Damit steigt das Gesamtvolumen dieses im Dezember 2007 zur Stabilisierung der Märkte aufgelegten speziellen Refinanzierungsprogramms auf 900 Mrd. Dollar.

Wie die Fed weiter mitteilte, wird sie außerdem Banken ab sofort Zinsen auf bei ihr gehaltene Mindestreserven zahlen. Der Zins werde zehn Basispunkte unterhalb des Leitzinses liegen, derzeit also bei 1,9 Prozent. Bislang bekommen die Banken von der Fed keinen Zins auf das bei ihr gehaltene Geld. Die Banken sind jedoch zu einer Rücklage bei der Zentralbank verpflichtet. "Das gibt uns eine bessere Möglichkeit, auf die Situation auf den Kreditmärkten einzuwirken und gleichzeitig den Leitzins auf dem angestrebten Niveau zu halten", hieß es von der Fed.

Gesetzliche Grundlage für die nun beschlossene Zinszahlung, die das Bankensystem entlasten soll, ist das Begleitgesetz zu dem am Freitag vom US-Kongress im zweiten Anlauf verabschiedete Hilfspaket für die angeschlagene Finanzbranche. "Zusammen sollen diese Maßnahmen dazu dienen, die zeitweiligen Ausleihungen über den Finanzmarkt in einer Art und Weise zu unterstützen, die den Druck mildert und die Fähigkeit von Unternehmen und Haushalten erhält, Kredit zu bekommen", hieß es in einer Presseerklärung der Fed.

Herzmassage für den Geldmarkt

Da sie bislang keine Zinsen von der Notenbank bekamen, haben sich die US-Banken bis zum Ausbruch der Krise auf dem sogenannten Interbankenmarkt untereinander Geld verliehen und dadurch Einnahmen erzielt. Da seit Beginn der Krise jedoch immer mehr Banken aus diesem System ausgestiegen sind und Geld horten, tritt nun die Fed als Motor des Marktes auf.

Auch andere Notenbanken setzen mittlerweile bei ihrem Kampf gegen ein Austrocknen der Geldmärkte auf die Mindestreserve als zusätzliche Waffe. Die indische Zentralbank erklärte am Montag in Mumbai, sie werde den Mindestreservesatz um einen halben Prozentpunkt auf 8,5 Prozent senken. Durch diese Maßnahme stünden dem Finanzsystem Indiens nach ihren eigenen Berechnungen umgerechnet rund 4,2 Mrd. Dollar zusätzlich zur Verfügung.

Die Fed erweiterte am Montag auch ihre Hilfen für durch die Finanzkrise in eine Schieflage geratene Geldmarktfonds. Sie erlaubt ab sofort Banken ihren Geldmarktfonds Vermögenswerte abzukaufen und diese dadurch liquider zu machen.