Boom im LandmaschinenbauFendt erhöht Drehzahl
Der weltweite Nachfrageboom in den Agrarmärkten beflügelt auch den Landmaschinenbau. Nach einem Rekordjahr blickt der US-Hersteller AGCO mit seiner deutschen Traktorentochter Fendt zuversichtlich in die Zukunft.
Der US-Landmaschinenhersteller AGCO und seine deutsche Tochter Fendt wollen nach einem Rekordjahr auch 2008 vom Nachfrage-Boom in der Landwirtschaft profitieren. "Der globale Markt für Landtechnik ist ein starker Markt", sagte AGCO-Chef Martin Richenhagen am Freitag in München. Die höheren Rohstoffpreise ließen die Einkommen der Bauern wachsen, was die Investitionsbereitschaft steigere. Besonders im Blick hat der Konzern dabei wachstumsstarke Regionen wie China und Indien sowie Mittel- und Osteuropa.
Weltweit ist AGCO der drittgrößte Landmaschinenhersteller hinter J. Deere und Case New Holland. Fendt liegt in Deutschland etwa gleichauf mit J. Deere. Die deutsche Tochter hatte im vergangenen Jahr gut 13.300 Maschinen verkauft, nach 12.157 im Vorjahr. In diesem Jahr sollen es 15.000 werden, sagte der Sprecher der Fendt-Geschäftsführung, Hermann Merschroth. Wie prognostiziert habe Fendt 2007 erstmals die Umsatz-Marke von einer Milliarde Euro überschritten. Ein Ergebnis nannte das Unternehmen nicht.
Das Marktumfeld in der Landwirtschaft sei so gut wie seit 30 Jahren nicht mehr, erklärte Merschroth. Während Mittel- und Osteuropa kräftig zulegten, entwickele sich der deutsche Markt stabil. Potenziale verspricht sich das Unternehmen beispielsweise von einem neuen Feld-Häcksler. Um die Produktion dieser Maschine haben sich verschiedene Standorte beworben, eine Entscheidung, wo sie gebaut wird, sei noch nicht gefallen, sagte AGCO-Chef Richenhagen. Deutschland habe aber gute Chancen. Letztlich gelte: "Wir machen es da, wo es Sinn macht, das basiert auf Fakten, nicht auf Emotionen."
Die Wachstumsmöglichkeiten in China will AGCO über ein Joint Venture mit einem chinesischen Partner nützen. Die Verhandlungen darüber stünden vor dem Abschluss, allerdings strebe man eine Kontroll-Mehrheit im Aufsichtsrat an, was in China auf gewisse Skepsis stoße. "Falls wir damit nicht zum Zuge kommen, werden wir das Werk auf der grünen Wiese alleine bauen", sagte der AGCO-Chef.
2007 konnte AGCO seinen Umsatz um 25,6 Prozent auf 6,8 Mrd. US-Dollar (4,7 Mrd. Euro) steigern. Das bereinigte Ergebnis je Aktie kletterte von 1,12 US-Dollar auf 2,52 US-Dollar. Für dieses Jahr peilt der Konzern einen Umsatzanstieg um elf bis 13 Prozent an. Das Ergebnis je Aktie soll 2,75 bis 3,00 US-Dollar erreichen.