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Deutsche Kunden begehrtGazprom hat viel vor

07.05.2008, 15:55 Uhr

Der russische Gaskonzern Gazprom plant weitere Expansionsschritte in Deutschland. Es sei kein Geheimnis, dass Gazprom langfristig auch deutsche Endkunden versorgen wolle, so das Management.

Der russische Gaskonzern Gazprom plant weitere Expansionsschritte in Deutschland. Die zuständige Tochter Gazprom-Germania unterstrich Interesse am umworbenen Leipziger Gasunternehmen VNG, an dem der weltweite Branchenführer bereits gut fünf Prozent hält. Eine Chance auf einen Ausbau der Beteiligung gebe es derzeit aber nicht, sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Gornig. Vorkaufsrechte hat nämlich der Oldenburger Versorger EWE.

Gornig bekräftigte, dass der Großhändler Gazprom langfristig auch den Endkunden versorgen wolle, etwa über den Kauf von Stadtwerken. Dieses Ziel werde derzeit aber nicht verfolgt unter anderem wegen der Bestrebungen der EU, die Energieversorger von ihren Netzen zu trennen. Bis 2020 will Gazprom Germania unter anderem in die eigenen Leitungen rund drei Milliarden Euro investieren. Gazprom bekräftigte zugleich, dass Gazprom grundsätzlich weiterhin daran interessiert sei, seine Marktposition in den lukrativen Endkunden-Gasmärkten in Westeuropa weiter auszubauen. Es sei kein Geheimnis, dass Gazprom bestrebt sei, die komplette Wertschöpfungskette im Erdgasgeschäft abzudecken.

Der Jahresüberschuss der deutschen Gazprom-Tochter stieg 2007 um knapp zehn Prozent auf 420 Mio. Euro, der Umsatz um über 20 Prozent auf 7,5 Mrd. Euro. Das Unternehmen profitierte von den steigenden Gaspreisen, die dem Ölpreis folgen. Auch dieses Jahr werde sich an dem Trend nichts ändern, sagte Gornig. Der Umsatz soll daher zweistellig wachsen. Das Ergebnis wird allerdings lediglich auf dem Niveau von 2007 erwartet. Gazprom versorgt den deutschen Markt nach eigenen Angaben mit 33 bis 40 Prozent des Gases. Die Nachfrage wächst seit Jahren.