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Sparpläne für MünchenHVB-Mitarbeiter in Angst

30.06.2008, 20:45 Uhr

Die italienische Großbank Unicredit will ihre weltweiten Immobilienaktivitäten neu sortieren. Unterdessen arbeitet die Münchener Tochter Hypovereinsbank an der Umsetzung der Sparvorgaben aus Mailand.

Die italienische Großbank Unicredit bündelt ihre weltweiten Immobilienaktivitäten in einer neuen Einheit. Diese werde das Management von über 10.000 Gebäuden in 23 Ländern koordinieren, teilte die Bank in Mailand mit. Zu Unicredit gehört auch die Münchner Hypovereinsbank (HVB). Die Leitung der Sparte übernimmt der HVB-Manager Christian Kühni. Der 53-Jährige war zuvor für internationale Konzerne wie ABB, BP oder UBS und Credit Suisse tätig.

Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" will die HVB bis zum Herbst einen detaillierten Sparplan erarbeiten. Bis dahin soll endgültig feststehen, wie viele Stellen bei der Bank gestrichen werden und welche Bereiche des Instituts von den Kürzungen betroffen sind.

Über die Einzelheiten des geplanten Stellenabbaus bei der HVB wird spekuliert, seit die italienische Konzern-Mutter Unicredit in der vergangenen Woche ihren Strategieplan für die nächsten drei Jahre bekanntgegeben hat. Danach sollen bis 2010 insgesamt 9000 Stellen in Westeuropa gestrichen werden. Arbeitnehmervertreter befürchten, dass im Zuge der Einsparungen 2000 bis 2500 Jobs bei der HVB wegfallen könnten. Bislang hat sich die Bank nicht zu Einzelheiten geäußert. Aus Münchner Finanzkreisen heißt es, die Sparpläne würden nun in den kommenden Wochen gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern diskutiert.

"Europameister im Arbeitsplatzabbau"

Hunderte Beschäftigte der HVB haben am Montag vor den Büros der Konzernleitung in der Münchner Innenstadt gegen den geplanten Abbau Tausender Arbeitsplätze demonstriert. "Leider sind wir nicht Europameister im Fußball geworden. Wir wollen nicht Europameister werden im Arbeitsplatzabbau", mahnte der Betriebsratsvorsitzende Roland Pauli. An der Aktion haben sich nach Angaben der Gewerkschaft Verdi rund 300 Beschäftigte beteiligt.

Die Gewerkschaft überreichte der Konzernleitung eine Liste mit mehr als 7000 Unterschriften gegen den Stellenabbau. Gewerkschaftsvertreter fordern vom Management vor allem den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen. Seit der Übernahme durch die italienische Großbank UniCredit waren in den vergangenen Jahren bereits zahllose Arbeitsplätze bei der einst zweitgrößten deutschen Bank gestrichen worden.