Dienstag, 18. März 2008
Starker Euro
Industrie wird unruhig
Die Rekordjagd des Euro im Zuge der Finanzmarktkrise bedroht nach Ansicht des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) zunehmend die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und die Konjunktur in Deutschland. "Die neuen Rekordstände beim Euro entwickeln sich zu einer Belastung für die deutsche Konjunktur", sagte BDI-Präsident Jürgen Thumann der "Berliner Zeitung". Noch seien die Auftragsbücher gut gefüllt, die Produktion sei auch für die nächsten Monate gesichert.
Allerdings werde sich die Exportdynamik in diesem Jahr abschwächen, prophezeite Thumann. "Es ist die Gemengelage von Dollarschwäche, steigenden Ölpreisen, nachlassender US-Konjunktur und Finanzkrise, die den Firmen zunehmend zu schaffen macht", sagte er. Die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen leide insbesondere im Maschinenbau, in der Automobilindustrie und in der Luft- und Raumfahrt. "Die Erträge geraten unter Druck", beklagte er.
Von der Europäischen Zentralbank erwarte der BDI kaum Entlastung, sagte Thumann. "Der EZB sind wegen der gestiegenen Preisrisiken die Hände gebunden", sagte er. "Für Zinssenkungen gibt es derzeit keinen Spielraum." Man müsse daher alles vermeiden, was die Inflation anheize. Hier seien auch Tarifpartner und Politik in der Verantwortung.
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