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HSH in schwerer SeeKontrollchef geht von Bord

23.02.2009, 10:29 Uhr

Der ehemalige Hamburger Finanzsenator Peiner zieht sich als Aufsichtsratschef der HSH Nordbank zurück und zieht damit Konsequenzen aus der tiefen Krise der Landesbank. Er werde im April nicht mehr für den Aufsichtsrat kandidieren, sagte der CDU-Politiker. Er räumte Mitverantwortung für die finanziellen Probleme der HSH ein.

Der ehemalige Hamburger Finanzsenator Wolfgang Peiner zieht sich als Aufsichtsratschef der HSH Nordbank zurück und zieht damit Konsequenzen aus der tiefen Krise der Landesbank. Er werde im April nicht mehr für den Aufsichtsrat kandidieren, sagte Peiner dem "Hamburger Abendblatt". Sein Ziel, die Bank an die Börse zu bringen und den politischen Einfluss zu verringern, sei "heute nicht mehr realistisch", begründete Peiner seinen Rückzug.

Der ehemalige CDU-Politiker räumte Mitverantwortung für die finanziellen Probleme der HSH Nordbank ein: "Aus heutiger Sicht erkennen wir, dass das Kreditersatzgeschäft für die Bank zu groß war. Ich frage mich, ob ich das nicht aufgrund meiner Erfahrungen schon früher hätte sehen und erkennen können."

Peiner sagte, er hätte bereits nach der Fusion der Landesbanken für Hamburg und Schleswig-Holstein 2003 das Geschäftsmodell der Bank infrage stellen müssen, weil ihr Wertpapier-Portfolio im Vergleich zum niedrigen Eigenkapital und in Anbetracht des Risikomanagements zu groß gewesen sei. Er habe allerdings schon vor dem Zusammenbruch von Lehman Brothers im September 2008 eine deutliche Reduzierung des Geschäftsvolumens gefordert und den Vorstandschef ausgewechselt.

Auf Partnersuche

Um die Krise zu überstehen, brauche die HSH möglicherweise einen Partner. Die Landesbank sei wichtig für die Schifffahrt und für norddeutsche Firmenkunden. "Dennoch muss sich die Bank für die Zukunft fragen, ob es möglicherweise Partner oder Fusionskandidaten gibt." Eigentümer der Bank sind Hamburg (30,4 Prozent), Schleswig-Holstein (29,1 Prozent) und der US-Finanzinvestor J.C. Flowers (25,7 Prozent).

Der Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein, der 14,8 Prozent hält, will seine Anteile an das Land verkaufen. Die HSH braucht drei Mrd. Euro Kapital und zehn Mrd. Euro an Garantien, die von den Ländern kommen sollen.