Dienstag, 20. Januar 2009
Finanzkrise-Proteste: Krawalle auf Island
Mit Tränengas hat die isländische Polizei Demonstranten auseinandergetrieben, die vor dem Parlamentsgebäude in Reykjavik gegen die Folgen der Finanzkrise protestierten. Wie der Rundfunksender RUV berichtete, belagerten etwa tausend Bürger das "Althing", dessen Mitglieder zur ersten Sitzung im neuen Jahr zusammengekommen waren. Ähnliche Krawalle wegen der Finanzkrise hatte es in der vergangenen Woche auch in Lettland, Litauen und Bulgarien gegeben.
Die Isländer protestieren seit dem Herbst regelmäßig gegen die auf der Insel besonders drastischen Folgen der Finanzkrise. Unter anderem müssen die 320.000 Bürger der Atlantik-Insel die Folgen mehrerer Bankzusammenbrüche durch massiv gestiegene Arbeitslosigkeit, Rentenkürzungen, Einkommenskürzungen im öffentlichen Dienst sowie Streichungen bei staatlichen Sozialleistungen tragen.
Alle drei führenden isländischen Banken mussten im Gefolge ihrer aggressiven Kreditpolitik der letzten Jahre vom Staat übernommen werden. Die isländische Krone hat gegenüber dem Euro in einem Jahr fast drei Viertel ihres Wertes verloren.
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