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Gewinnrückgang gemeldetKrise drückt Amex

29.01.2008, 09:40 Uhr

In der Kreditkartenbranche sehen viele Beobachter einen Frühindikator für die US-Wirtschaft. Für das Schlussquartal 2007 hat American Express jetzt einen deutlichen Gewinnrückgang bekannt gegeben. Auch beim Ausblick auf das laufende Jahr bleibt der Konzern vorsichtig.

Der US-Kreditkartenkonzern American Express hat im Schlussquartal 2007 wegen der Finanzkrise einen deutlichen Gewinnrückgang verzeichnet. Der Ausblick auf das laufende Jahr bleibe vorsichtig, warnte Konzernchef Kenneth Chenault zudem am Montagabend nach Börsenschluss in New York. "Wir erwarten weiterhin ein langsameres Gewinnwachstum", sagte er.

Unter dem Strich verdiente American Express im vierten Quartal mit 831 Mio. US-Dollar (562 Mio. Euro) rund zehn Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor. Der Gewinn je Aktie lag bei 0,71 US-Dollar nach 0,75 US-Dollar im entsprechenden Vorjahresquartal. Der Konzern musste allein wegen unbezahlter Kreditkartenrechnungen wie bereits angekündigt Belastungen von 438 Mio. US-Dollar verkraften.

Die Zahlen fielen im Rahmen der Erwartungen der Analysten aus. Die Aktie von American Express fiel im nachbörslichen Handel um rund drei Prozent auf 46,10 US-Dollar. Während des Tages hatte sie hingegen um mehr als vier Prozent zugelegt.

Im Gesamtjahr 2007 stieg der Überschuss von American Express um acht Prozent auf 4,0 Mrd. US-Dollar. Der Gewinn je Aktie lag bei 3,36 US-Dollar nach 2,99 US-Dollar im Vorjahr. American Express bleibe zuversichtlich, grundsätzlich im Schnitt ein jährliches Gewinnplus je Aktie von zwölf bis 15 Prozent zu erreichen, bekräftigte Chenault. Der Konzern gab 2007 rund 8,5 Mio. neue Karten aus.

Das vierte Quartal war von einer Reihe weiterer schon bekannter Sonderfaktoren geprägt - teils Gewinne, teils Belastungen. So verbuchte American Express einen Einmalgewinn nach Steuern von 700 Mio. US-Dollar nach einem Vergleich mit dem Konkurrenten Visa. American Express fühlte sich von Visa auf dem US-Markt in illegaler Weise blockiert. Umgekehrt musste der Konzern 430 Mio. US-Dollar an Belastungen im Rahmen seines Mitglieder-Programms verbuchen.

Der Konkurrent Visa, der seinen mehr als 10.000 Mitgliedsbanken gehört, plant für dieses Jahr selbst seinen Börsengang. Visa will dabei rund zehn Mrd. Dollar erlösen. Die Erstnotiz wäre damit eine der größten in den USA seit vielen Jahren.