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Montag, 08. September 2008

Biosprit kriegt Schuld: Lebensmittel bleiben teuer

Trotz leicht rückläufiger Lebensmittelpreise erwartet die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) nicht, dass das niedrige Niveau früherer Jahre wieder erreicht wird. In den kommenden zehn Jahren dürften die Preise - abhängig vom jeweiligen Produkt - um 10 bis 60 Prozent höher sein als in den vergangenen zehn Jahren, sagte OECD-Agrardirektor Stefan Tangermann. Das gehe vor allem zulasten der ärmsten Länder, warnte er nach einem Treffen mit Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD).

Die jüngsten Preissteigerungen gehen nach Tangermanns Einschätzung zu einem Drittel auf die Nachfrage nach Biosprit zurück. Die staatliche Förderung solcher Treibstoffe mit Milliardensummen senke die Treibhausgase im Straßenverkehr lediglich um 0,8 Prozent, habe aber gleichzeitig schlimme Auswirkungen auf die weltweite Ernährungslage. Die Förderung von Biokraftstoffen sei daher "dringend revisionsbedürftig", sagte der OECD-Experte.

Auch Ministerin Wieczorek-Zeul warb dafür, "Fehlentwicklungen" beim Biosprit zu korrigieren. Die Bundesregierung habe bereits erste Konsequenzen gezogen, indem der Bioethanol-Anteil im herkömmlichen Benzin vorerst nicht weiter erhöht werde. Allerdings räumte sie ein, dass noch viel "Überzeugungsarbeit" zu leisten sei.

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