Archiv

Internationale HilfsaktionMilliardenkredit für Ungarn

29.10.2008, 07:40 Uhr

Der IWF, die Europäische Union und die Weltbank wollen zur Stützung Ungarns in der Finanzkrise 25,1 Mrd. Dollar bereitstellen. Der IWF hat mit der ungarischen Regierung ein Darlehen über 15,7 Mrd. Dollar vereinbart. Die EU will weitere acht Mrd. Dollar bereitstellen, die Weltbank 1,3 Mrd.

Der Internationale Währungsfonds (IWF), die Europäische Union und die Weltbank gewähren Ungarn zur Bewältigung der Finanzkrise einen Kredit in Höhe von 20 Mrd. Euro. Eine entsprechende Vereinbarung sei unterzeichnet worden, teilte der IWF am Dienstag in Washington mit. Der IWF stellt demnach 12,5 Mrd. Euro zur Verfügung. Die EU erklärte sich bereit, 6,5 Mrd. Euro zur Verfügung zu stellen, die Weltbank eine Milliarde Euro.

Der IWF-Anteil an dem Paket fällt unter eine 17-Monate-Kreditvereinbarung. Die offizielle Zustimmung der IWF-Führung wird für Anfang November erwartet. Die Hilfe der EU für Ungarn wird die erste derartige Unterstützung für einen Mitgliedsstaat sein, seit Italien Anfang der 1990er Jahre von der Union unterstützt wurde.

"Die ungarischen Behörden haben ein komplettes Maßnahmenpaket entwickelt, das kurzfristig die Stabilität der Wirtschaft unterstützen und langfristig ihr Wachstumspotenzial verbessern wird", erklärte IWF-Generaldirektor Dominique Strauss-Kahn. Mit dem Rettungspaket solle das Vertrauen von Investoren wieder hergestellt werden und Ruhe in den in den vergangenen Wochen von Turbulenzen erschütterten ungarischen Finanzmarkt einkehren.

Der IWF hatte Ungarns Wirtschaft bereits vor Tagen Hilfe angeboten. Die Europäische Zentralbank offerierte Ungarns Zentralbank bis zu fünf Mrd. Euro, um Kredite an heimische Banken abzusichern. Ungarn leidet unter hohen Schulden, seinem Haushaltsdefizit sowie einer teilweise überbewerteten Währung. Angesichts eines deutlichen Wertverlusts des Forints hatte die ungarische Zentralbank in der vergangenen Woche den Leitzins um drei Punkte auf 11,5 Prozent erhöht.