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A380-Übergabe in HamburgMilliardenorder für Airbus

28.07.2008, 14:15 Uhr

In Hamburg übergibt der Flugzeughersteller Airbus den ersten Riesenflieger vom Typ A380 aus deutscher Produktion an die arabische Airline Emirates. Der erste Linienflug soll am 1. August von Dubai nach New York starten. Emirates hat 58 Maschinen des weltweit größten Passagierflugzeugs geordert - und ist mit Airbus offenbar zufrieden: Emirates ordert 60 weitere Maschinen.

Mit einer Feierstunde hat am Montag in Hamburg die erste Auslieferung eines Airbus A380 in Deutschland begonnen. Im Airbus-Werk wird das doppelstöckige Flugzeug an die arabische Airline Emirates übergeben. Der erste Linienflug soll am 1. August von Dubai nach New York starten. Emirates hat 58 von bisher fest bestellten 198 Exemplaren des weltweit größten Passagierflugzeugs geordert.

Die Arbeitsteilung bei Airbus zwischen Hamburg und Toulouse sieht vor, dass Kunden aus Europa und dem Nahen Osten die A380 in der Hansestadt abholen. Der Stückpreis liegt bei knapp 210 Mio. Euro.

Wie Emirates-Chef Scheich Ahmed bin Saeed Al Maktoum im Rahmen der Übergabe mitteilte, erhält Airbus von der arabischen Airline einen Milliardenauftrag für 60 Flugzeuge der Typen A350 und A330-300. Der Wert des Auftrages belaufe sich auf 13 Mrd. US-Dollar und umfasse Bestellungen für 30 A350-Maschinen und 30 Flugzeuge vom Typ A330-300.

Boom ohne Ende

Die Fluggesellschaft Emirates aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ist eine der am schnellsten wachsenden Linien der Welt. Mit dem Großraumflugzeug A380 und weiteren Jets setzt das in Dubai beheimatete Unternehmen auf einen schnellen Ausbau der Passagierkapazitäten. Der Ölreichtum in der Region und geringe Personalkosten begünstigen den Boom. Im Geschäftsjahr 2007/2008 (Stichtag 31. März) wurden 21,2 Mio. Menschen befördert, 3,7 Mio. mehr als im Vorjahr.

Der Umsatz stieg um 32,3 Prozent von 8,1 Mrd. auf 10,8 Mrd. US-Dollar (6,9 Mrd. Euro). Der Gewinn konnte Emirates dabei um 62,1 Prozent erhöhen. Die Airline lag mit 1,37 Mrd. US-Dollar (872 Mio. Euro) weit über dem Ergebnis des Vorjahres, das 844 Mio. Dollar betragen hatte.

Aktuell umfasst das Streckennetz 101 Ziele in 61 Ländern. Über das Drehkreuz Dubai bietet Emirates Flüge in den Mittleren Osten, nach Afrika, Asien, Indien, Australien und Europa an. Die Fluggesellschaft hat derzeit eine Flotte von 117 Flugzeugen. Bis 2010 soll diese auf über 150 Flugzeuge erweitert werden. Das Unternehmen beschäftigt 35.286 Mitarbeiter, davon 2100 Piloten aus 83 Ländern.

Probleme beim Zusammenbau

Beim Riesenflieger A380 sind die Produktionsprobleme nach den Worten von Airbus-Chef Thomas Enders noch nicht vollständig ausgeräumt. "Ausgestanden sind die Fertigungsprobleme erst, wenn wir eine stabile Serienproduktion erreicht haben. Bis dahin liegt noch viel Arbeit vor uns", sagte der Vorstandsvorsitzende des Flugzeugbauers. "In diesem Jahr werden wir etwa eine A380 pro Monat produzieren. Das ist der Anfang. 2009 und 2010 wollen wir die Rate deutlich steigern." Die Auslieferung der ersten A380 von Hamburg aus bezeichnete Enders als Meilenstein.

Nach den Worten des Unternehmenschefs kommt dem Standort Hamburg eine "zentrale Rolle" bei Airbus zu. "Das zeigt sich unter anderem auch daran, dass mehr als die Hälfte aller aktuell bestellten A380-Jets von Hamburg aus an die Kunden ausgeliefert werden - nach heutigem Stand knapp 120 Maschinen", sagte Enders.

Angesichts der Rekordtreibstoffpreise sieht Enders für die Luftfahrtbranche allgemein "einige dunkle Wolken am Horizont". "Der Branchenabschwung vor allem in den USA und die Ölpreise gefährden die Ertragsbasis vieler Fluggesellschaften", sagte er. "Derzeit gibt es für Airbus aber keinen Grund, unsere Produktionsplanung zu ändern."