Mittwoch, 28. Mai 2008
Biogas-König tritt zurück: Neuer Chef für Schmack
Firmengründer Ulrich Schmack räumt nach steigenden Verlusten beim Biogas-Anlagenbauer Schmack Biogas den Posten des Vorstandssprechers. Neuer Vorstandsvorsitzender wird zum 1. Juni der 55 Jahre alte Werner Rüberg, teilte das Unternehmen aus dem bayerischen Schwandorf in der Nacht zum Mittwoch mit. Rüberg war zuletzt als Unternehmensberater tätig und arbeitete zuvor in der Bau- und Baustoffbranche. Er ist ab nächster Woche auch für die Finanzen von Schmack Biogas zuständig. Finanzvorstand Alexander Götz warf nach eineinhalb Jahren das Handtuch. Ulrich Schmack bleibt als stellvertretender Vorstandschef für Rohstoffe sowie für Forschung und Entwicklung zuständig.
Zugleich gab das Unternehmen die Hoffnung auf eine Erholung des Marktes in der zweiten Jahreshälfte auf. Die Kunden hielten sich wegen der Unsicherheit über den gesetzlichen Rahmen für die Branche und wegen der hohen Preise für Agrarrohstoffe weiter mit dem Kauf von Biogas-Anlagen zurück. "Schmack Biogas geht daher von einem schwachen Geschäftsjahr 2008 aus", hieß es in einer Mitteilung. Noch im April hatte Schmack auf eine vom Kabinett beschlossene Verordnung zur Einspeisung von Biogas ins Gasnetz gesetzt.
Kein Biogas ins Netz?
Im ersten Quartal brach der Umsatz von Schmack Biogas um mehr als die Hälfte auf 14,3 Mio. Euro ein. Ein Jahr zuvor hatte das Unternehmen einen Quartalsumsatz von 31,0 Mio. Euro erreicht. Der Verlust vor Steuern und Zinsen (Ebit) schwoll auf 8,8 Mio. von 2,3 Mio. im Vorjahr an. Nun sollen es neben dem neuen Vorstandschef auch ein Technik- und ein Vertriebsvorstand richten.
Der Aktienkurs von Schmack brach kurz nach Handelsbeginn um rund zwölf Prozent auf 13,25 Euro ein. Das Unternehmen war in einer Phase der Euphorie über die Vergasung von Agrarprodukten als neuer Ertragsquelle für Landwirte an die Börse gebracht worden. Hohe Agrarpreise machen die Produktion von Energie für Bauern inzwischen aber finanziell unattraktiver.
