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Illegale KrankenaktenNeuer Lidl-Skandal

04.04.2009, 13:56 Uhr

Der Discounter Lidl hat die Krankheiten von Mitarbeitern in firmeninternen Unterlagen festgehalten. Das Unternehmen setzte offenbar Formulare ein, in den der "Grund der Krankheit" von Mitarbeitern eingetragen werden sollte. Dies legten mehrere hundert Seiten firmeninterner Unterlagen nahe, die durch einen Zufall in einer Mülltonne entdeckt wurden.

Der Discounter Lidl hat die Krankheiten von Mitarbeitern in firmeninternen Unterlagen festgehalten. Wie "Der Spiegel" berichtet, setzte das Unternehmen Formulare ein, in den der "Grund der Krankheit" von Mitarbeitern eingetragen werden sollte. Dies legten mehrere hundert Seiten firmeninterner Unterlagen nahe, die durch einen Zufall in einer Mülltonne in Bochum entdeckt wurden. So steht beispielsweise über eine Mitarbeiterin, die im Juni vergangenen Jahres krankgeschrieben war: "Will schwanger (werden). Befruchtung nicht funktioniert". Bei einer anderen heißt es als Krankheitsgrund: "Psychologe".

Lidl-Deutschland-Chef Frank-Michael Mros hat die Existenz der Krankenformulare zugegeben. Lidl verwende sie aber seit Januar 2009 nicht mehr. Der Neckarsulmer Discounter unternehme "alles Erdenkliche, damit dem Datenschutz in unseren Gesellschaften und Filialen Rechnung getragen wird", sagte Mros dem Magazin. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar sieht die Notizen "äußerst kritisch", wie er dem Magazin sagte. "Der Grund der Krankheit geht den Arbeitgeber grundsätzlich nichts an.".

Alle Einträge stammen aus der Zeit nach der Entdeckung der Spitzelmethoden bei Lidl, die im März 2008 für Aufsehen gesorgt hatte. Lidl-Gesellschaften hatten Detektive beauftragt, das Verhalten von Mitarbeitern zu überwachen und zu protokollieren.