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Im Clinch mit der CommerzbankNorddeutsche Affinerie verärgert

29.06.2007, 08:03 Uhr

Die Norddeutsche Affinerie (NA) bricht wegen ihrer von einem Großaktionär erschwerten Übernahmepläne offenbar einen Streit mit der beratenden Bank vom Zaun.

Die Norddeutsche Affinerie (NA) bricht wegen ihrer von einem Großaktionär erschwerten Übernahmepläne offenbar einen Streit mit der beratenden Bank vom Zaun. Europas größte Kupferhütte verdächtige die Commerzbank, Interessenskonflikte missachtet zu haben, meldete die "Financial Times Deutschland". Hintergrund sei, dass die Bank zuletzt zwei Mandate im Zusammenhang mit der NA betreut habe. Die Bank stehe der NA einerseits bei der geplanten Übernahme der belgischen Cumerio beiseite. Andererseits habe die Commerzbank auch den Verkauf eines zehnprozentigen NA-Anteilspakets an den österreichischen Industriellen Mirko Kovats und seine A-Tec-Gruppe organisiert, der die Zukaufpläne in Belgien torpedieren wolle.

"Wir sehen einen Interessenskonflikt der beteiligten Bank und möchten den prüfen lassen", zitiert die Zeitung NA-Chef Werner Marnette. Der Hamburger Konzern habe die Finanzaufsicht BaFin eingeschaltet. Die Commerzbank wiederum bestreite, dass es einen Interessenkonflikt gebe, berichtete das Blatt. Zwar habe sie das von Possehl übernommene NA-Aktienpaket an Kovats weitergereicht. Die beiden Transaktionen würden aber von zwei separaten Teams bearbeitet.

Die Commerzbank erklärte inzwischen, sie habe die Übernahme und die Weiterplatzierung des NA-Aktienpaket marktüblich durchgeführt. Aufgrund der schwächeren Entwicklung der Börsen sei von der Option Gebrauch gemacht worden, die Anteile nicht breit zu streuen sondern an einen Einzelaktionär zu verkaufen. Seit Februar 2007 habe ein separates Team eine Anfrage der NA zu einer Finanzierung im Falle der Cumerio-Übernahme bearbeitet. Beide Teams hätten unabhängig voneinander und in Übereinstimmung mit den regulatorischen Anforderungen gehandelt, hieß es.

Kovats hatte deutlich gemacht, dass er der Affinerie die Übernahme des belgischen Kupferherstellers erschweren wird. "Squeeze-out wird es keinen geben. Das ist so, dafür braucht man 95 Prozent", sagte Kovats zu Reuters. A-Tec hatte am Mittwoch überraschend ihren Einstieg mit knapp fünf Prozent bei Cumerio bekannt gegeben, an der die NA bereits über zehn Prozent hält.

Aus Kreisen der NA hieß es, die Blockade laufe ins Leere. "Die NA kann ab einer Quote von 75 Prozent fusioneren", sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person. Auf ein Herausdrängen anderer Aktionäre sei die Affinerie nicht angewiesen. "Mit dem Einstieg ist es für die Norddeutsche Affinerie auf jeden Fall schwieriger geworden, die Übernahme durchzuziehen", sagte ein Analyst. "Ich habe auch den Eindruck, dass hier ein Kleinkrieg abläuft."

A-Tec stockt bei belgischer Cumerio auf

Die österreichische A-Tec Industries hat unterdessen beim belgischen Kupferproduzenten Cumerio aufgestockt. A-Tec habe rund 11,9 Prozent an dem von der Norddeutschen Affinerie umworbenen Unternehmen erworben, hieß es in einer Mitteilung vom Freitag. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. A-Tec betrachte den Kauf als langfristiges strategisches Investment.

Der Mischkonzern A-Tec des Industriellen Mirko Kovats hatte sich kürzlich mit zehn Prozent bei der Norddeutschen Affinerie eingekauft, die wiederum Cumerio übernehmen will und 30 Euro je Aktie bietet. Kovats hatte Reuters zuvor gesagt, dass er aktiv in der Konsolidierung in der Kupferbranche mitmischen wolle.