Bundesliga-PokerPremiere verzockt es
Der Pay-TV-Sender hat die Rechte an der Fußball-Bundesliga verloren. Die Pay-TV-Rechte fallen an Kabel Deutschland und Unity Media. Die ARD-Sportschau behält indes die Rechte für das frei empfangbare Fernsehen. Der Kurs von Premiere rauscht über 40 Prozent in den Keller. Marktteilnehmer bezeichnen den Verlust als "sehr harten Schlag für Premiere". Es sei schwierig einzuschätzen, wie der faire Wert der Aktien danach einzuschätzen sei.
Der Pay-TV-Sender Premiere hat die Rechte an der Fußball-Bundesliga verloren. Dies gab die Deutsche Fußball Liga (DFL) im Anschluss an eine Vollversammlung der 36 Lizenzvereine bekannt.
Die Pay-TV-Rechte fallen an Kabel Deutschland und Unity Media (früher Ish und Iesy), die eine eigene Firma gegründet haben. Die ARD-Sportschau behält indes die Rechte für das frei empfangbare Fernsehen, sendet aber Samstag erst ab 18.30 Uhr. Das Gesamtvolumen des TV-Vertrages für drei Jahre beläuft sich auf 1,26 Mrd. Euro, pro Saison sind 420 Mio. Euro fällig.
Presseberichte über die wahrscheinliche Niederlage von Premiere im Bundesliga-Poker um die Pay-TV-Übertragungsrechte hatten die Aktie des Pay-TV-Senders bereits am Morgen unter Druck gesetzt. Nach der Pressekonferenz lagen die Titel über 43 Prozent im Minus.
Der Bezahlsender sei mit seiner Forderung nach mehr Exklusivität auf energischen Widerstand gestoßen, hatte das "Handelsblatt" im Vorfeld geschrieben. Händler bezeichnen den Verlust als "sehr harten Schlag für Premiere". Ein Analyst von der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) sagte, mit "dieser Entscheidung ist Premiere vor eine gravierende Zerreißprobe gestellt." Es sei schwierig einzuschätzen, wie der faire Wert der Aktien danach einzuschätzen sei. So gebe es keine genauen Angaben darüber, wie viele Kunden durch den Verlust der Rechte verloren gingen. "In jedem Fall wird es zu einer Neubewertung kommen".
DSF ergattert umfangreiche TV-Rechte
Besser als Premiere erging es dem zum Medienunternehmen EM.TV gehörenden Fernsehsender DSF. Dieser erwarb nach Angaben der Konzernmutter umfangreiche Rechte für die 1. und 2. Fußball-Bundesliga-Berichterstattung ab der Saison 2006/07. Der Sender habe die exklusiven Erstverwertungsrechte im Free-TV an den beiden Sonntagsspielen der 1. Fußball-Bundesliga erhalten, hieß es. Zudem habe der Sender die exklusiven Erstverwertungsrechte im Free-TV an der 2. Bundesliga inklusive des Live-Spiels am Montag. Die Rechte gelten EM.TV zufolge für die drei Spielzeiten ab der Saison 2006/2007. Der Konzern investierte für das Rechtepaket pro Spielzeit einen Betrag im unteren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.
Die EM.TV-Aktie profitierte deutlich von den Nachrichten und kletterte um mehr als 14 Prozent ins Plus auf 4,59 Euro.