Tamiflu-Verkäufe explodierenRoche mit Rekordgewinn
Die starke Nachfrage nach dem Grippemittel Tamiflu und nach Krebsmedikamenten hat dem Schweizer Pharmakonzern Roche 2005 zu Rekordergebnissen verholfen. Der Verkauf von Tamiflu stieg um 370 Prozent.
Die starke Nachfrage nach dem Grippemittel Tamiflu und nach Krebsmedikamenten hat dem Schweizer Pharmakonzern Roche 2005 zu Rekordergebnissen verholfen. Der Verkauf von Tamiflu stieg um 370 Prozent.
Der Betriebsgewinn erhöhte sich 2005 um 33 Prozent auf 9,0 Mrd. Franken, das sind rund 6,0 Mrd. Euro. Der Reingewinn verringerte sich zwar um fünf Prozent auf 6,7 Mrd. Franken, jedoch hatte ein Sondergewinn aus dem Verkauf des Selbstmedikationsgeschäftes von 2,3 Mrd. Franken den Reingewinn 2004 in die Höhe getrieben.
Die Pharmasparte erreichte das beste Ergebnis ihrer Geschichte. 2006 soll die Sparte wie der gesamte Konzern ein zweistelliges Umsatzplus erreichen. Die Medikamentenverkäufe nahmen um 26 Prozent auf 27,3 Mrd. Franken zu. Das Plus übertraf den Welt-Pharma-Markt um das Vierfache.
Im laufenden Jahr will Roche weiter kräftig zulegen und das aus eigener Kraft und dem Zukauf kleinerer Firmen. Großakquisitionen plane Roche nicht, betonte Konzernleiter Franz Humer in Basel.
Vogelgrippe treibt den Absatz
Zu verdanken waren die Rekordgewinne in erster Linie Krebspräparaten und dem Grippemittel Tamiflu. Mit dem Krebsmittel MabThera/Rituxan setzte Roche 4,2 Mrd. Franken um. Die Verkäufe von Tamiflu, das bei der Vogelgrippe beim Menschen wirken soll, erhöhten sich um 370 Prozent auf 1,6 Mrd. Franken. Die Hälfte davon entfiel auf die normale saisonale Grippe, die andere Hälfte auf Bestellungen von Regierungen, die sich gegen eine Vogelgrippe-Epidemie beim Menschen wappnen wollen. Mehr als 60 Länder haben Tamiflu-Vorräte bestellt, einige davon für 25 bis 40 Prozent ihrer Bevölkerung. Roche hat die Produktionskapazitäten für das Präparat deutlich ausgebaut und will 2007 mit Hilfe von Partnern 300 Mio. Behandlungseinheiten herstellen können. Im laufenden Jahr sollen allein die Tamiflu- Verkäufe zur Pandemie-Vorsorge 1,0 bis 1,2 Mrd. Franken in die Kassen spülen, 50 Prozent mehr als 2005.
Dagegen litt die Sparte Diagnostika unter starkem Preisdruck und Kosten für neue Produkte, etwa im Bereich Diabetes. Der Umsatz stieg um fünf Prozent auf 8,2 Mrd. Franken. Der Betriebsgewinn nahm nur um ein Prozent auf 1,7 Mrd. Franken zu.
Vom Rekordergebnis sollen auch die Aktionäre profitieren. Die Dividende steigt zum 19. Mal in Folge und soll um 25 Prozent auf 2,50 Franken je Aktie und Genusschein angehoben werden.