Donnerstag, 20. Juli 2006
Dank Krebs und Grippe: Roches Gewinn wächst weiter
Der Pharma- und Diagnostikkonzern Roche wächst dank seiner neuen Krebsmedikamente und des Grippemittels Tamiflu weiterhin stark und hat dabei im ersten Halbjahr 2006 auch die Margen kräftig erhöht. Der Gewinn der ersten sechs Monate stieg nach Unternehmensangaben um 37 Prozent auf umgerechnet 2,89 Mrd. Euro. Der Umsatz erhöhte sich um 19 Prozent in Franken und 16 Prozent in Lokalwährungen auf 12,63 Mrd. Euro. In der Pharma-Division allein wuchs der Umsatz um 23 Prozent in Franken und 19 Prozent in lokalen Währungen auf 9,91 Mrd. Euro. Roche hat damit die Analysten-Prognosen übertroffen und ist im Bereich Pharma dreimal so schnell gewachsen wie der Weltmarkt.
Mit den Krebsmedikamenten Mabthera, Herceptin, Avastin und NeoRecormon verfügt der Konzern über vier Produkte, die im ersten Halbjahr einen Umsatz von jeweils mehr als 0,64 Mrd. Euro erzielt haben. Dahinter folgt Tamiflu, dessen Umsatz um 62 Prozent auf 611 Mio. Euro gestiegen ist. Bei Herceptin und Avastin konnte Roche die Halbjahresumsätze um gut 100 Prozent steigern.
Die Prognose für das Gesamtjahr bestätigte Roche. Der Konzern geht von einem zweistelligen Umsatzwachstum auf Konzernebene sowie in der Pharma-Division aus und will das Marktwachstum in allen Sparten übertreffen. Der Gewinn soll den Vorjahreswert deutlich übertreffen, wobei der Kerngewinn je Genussschein beziehungsweise Inhaberaktie mindestens so stark steigen soll wie der Umsatz.
Der Konzern-Betriebsgewinn (vor Sonderpositionen) stieg um 30 Prozent auf 3,7 Mrd. Euro. Die Betriebsgewinnmarge erhöhte sich dabei um 2,4 Prozentpunkte auf 29,2 Prozent. Im Pharmabereich allein verbesserte Roche die Betriebsgewinnmarge um 3,4 Prozentpunkte auf 32,2 Prozent, was einem um 38 Prozent höheren Betriebsgewinn von 3,19 Mrd. Euro gleichkommt.
Von Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Halbjahresgewinn von 2,62 Mrd. Euro gerechnet. Der Umsatz war auf 12,64 Mrd. Euro geschätzt worden und der Pharmaumsatz auf 9,96 Mrd. Euro. Der Betriebsgewinn war mit 3,46 Mrd. Euro prognostiziert worden.
Die Division Diagnostics steigerte die Verkäufe um acht Prozent in Franken und vier Prozent in Lokalwährungen auf 2,72 Mrd. Euro. Der Betriebsgewinn nahm dort wegen Investitionen in die Lancierung neuer Produkte um sieben Prozent auf 579 Mio. Euro ab.


