Archiv

Börsengang verschobenSchott Solar will warten

22.09.2008, 07:05 Uhr

Die heftigen Turbulenzen an den internationalen Aktienmärkten haben die Börsenpläne des Solarkonzerns Schott Solar durchkreuzt. Das Unternehmen verschiebt den geplanten Börsengang auf unbestimmte Zeit.

Die heftigen Turbulenzen an den internationalen Aktienmärkten haben die Börsenpläne des Mainzer Solarkonzerns Schott Solar durchkreuzt. Das Unternehmen verschob den anvisierten Börsengang auf unbestimmte Zeit.

Angesichts der derzeit hohen Volatilität an den internationalen Kapitalmärkten habe sich das Unternehmen dazu entschlossen, zunächst keine Preisspanne für einen Börsengang zu nennen, teilte Schott mit. Nach Gesprächen mit Investoren in den vergangenen zwei Wochen wolle Schott nun die weitere Entwicklung des Marktes verfolgen und zu gegebener Zeit nähere Angaben zum Angebot und Angebotszeitraum bekanntgeben. Dies könne bei einem positiven Marktumfeld auch kurzfristig geschehen.

Ursprünglich sollte die Aktie noch im September auf dem Börsenzettel auftauchen, der für einen Initial Public Offering (IPO) erforderliche Prospekt war bereits veröffentlicht worden. Vom Gang an den Kapitalmarkt hatte sich Schott Solar Erlöse in Höhe von rund 500 Mio. Euro versprochen. Damit wäre der Solarkonzern der bislang größte Börsenneuling 2008 im streng regulierten Prime Standard gewesen - allerdings nach SMA Solar und GK Software auch erst der dritte.

Bereits zwei andere Unternehmen hatten in diesem Jahr kurz vor dem Gang auf das Parkett die Notbremse gezogen: Sowohl der deutsch-chinesische Solartechnikanbieter Sinosol als auch der Braunschweiger IT-Großhändler Devil hatten ihr Börsendebüt abgesagt. Nun ist im Moment außer der Deutschen Bahn, die im Herbst an die Börse gehen will, kein anderer Börsenkandidat für 2008 in Sicht.

Schwere Zeiten

Viele Investoren wollen wegen der starken Schwankungen an den Aktienmärkten kein Risiko eingehen, und machen deswegen einen großen Bogen um Aktien unbekannter Unternehmen. Zudem sind die Aktienkurse bereits notierter Firmen in den vergangenen Monaten stark gesunken, so dass Börsenneulinge jetzt starke Preisabstriche bei ihren Aktien machen müssten, um trotzdem Investoren anzulocken. Allerdings hatten viele Experten gehofft, dass Unternehmen, die wie Schott Solar aus der boomenden Solarbranche kommen, trotzdem den Sprung aufs Parkett schaffen.