PIN nur ohne MindestlohnSpringer droht mit Ausstieg
Wegen des geplanten Mindestlohns für Briefzusteller erwägt der Verlagskonzern Axel Springer einen Ausstieg aus dem Postgeschäft. Damit könnte es zu einem Verkauf der Verluste schreibenden Tochter PIN Group kommen, die Springer erst seit wenigen Monaten mehrheitlich gehört.
Wegen des geplanten Mindestlohns für Briefzusteller erwägt der Verlagskonzern Axel Springer einen Ausstieg aus dem Postgeschäft. Damit könnte es zu einem Verkauf der Verluste schreibenden Tochter PIN Group kommen, die Springer erst seit wenigen Monaten mehrheitlich gehört. "Wir prüfen alle Optionen und können derzeit nichts ausschließen, was die Zukunft von PIN betrifft", sagte eine Springer-Sprecherin.
Bei Deutsche-Post-Konkurrenten wie PIN und TNT drohen nach Angaben von deren Branchenverband bis zu 20.000 der 60.000 Stellen verloren zu gehen, weil die von der Regierungskoalition in Berlin vereinbarte Mindestlohnhöhe die Post vor Wettbewerb schütze. "Ein Mindestlohn auf diesem Niveau ist nicht zu erwirtschaften", kritisierte auch die Springer-Sprecherin. PIN dürfte den Konzern nach dessen jüngsten Schätzungen im laufenden Jahr mit einem Verlust von bis zu 55 Mio. Euro belasten.
Dem Nachrichtenmagazin "Focus" zufolge beauftragte der Verlagskonzern in der vergangenen Woche eine Investmentbank, potenzielle Käufer von PIN-Anteilen zu suchen. Die Verhandlungen von Springer mit der niederländischen TNT über ein Zusammengehen von deren deutschem Geschäft mit PIN seien ins Stocken geraten und drohten zu scheitern. Der geplante Pakt zwischen den beiden Post-Konkurrenten komme damit wohl nicht zustande, hieß es in dem Bericht. Die Springer-Sprecherin wollte sich zum Stand der Gespräche mit TNT nicht äußern.