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Donnerstag, 16. November 2006

Hintertür zu ProSieben?

Springer steigt bei Dogan ein

Der Einstieg von Axel Springer bei der türkischen Dogan-Gruppe nährt Spekulationen über einen neuen Anlauf des Verlags im Übernahmepoker um ProSiebenSat.1. Wie Axel Springer bekanntgab, hat das Medienhaus 25 Prozent an der türkischen Sendergruppe übernommen. Der Clou: Nach Informationen von "manager- magazin.de" gehört Dogan zum Bieterkreis für Deutschlands größten TV- Konzern ProSiebenSat.1.

Die Dogan Yayin Holding um den größten türkischen Medienzaren Aydin Dogan habe das bisher beste und höchste Angebot abgegeben, hieß es in dem Bericht.

ProSiebenSat.1 ist mehrheitlich im Besitz einer Investorengruppe um den US-Milliardär Haim Saban, die das Unternehmen verkaufen will. Laut "manager-magazin.de" bewerben sich mehr als zehn Investorengruppen um die Senderfamilie. Dazu sollen unter anderem auch die Finanzinvestoren Permira und KKR gehören.

Springer pflege mit Aydin Dogan bereits seit längeren gute Beziehungen, hieß es weiter. Zwischen der "Bild"-Zeitung und der türkischen "Hürriyet" als publizistischem Flaggschiff der Dogan Yayin Holding gebe es bereits journalistische Kooperationen. Branchenkenner vermuteten nun, dass Springers Beteiligung in der Türkei "ein geschickter Schachzug sein könnte, sich quasi um die Ecke erneut um die Sendergruppe ProSiebenSat.1 zu bewerben", so das Magazin. Anfang des Jahres war Springer mit einem Übernahmeversuch für ProSiebenSat.1 an Kartellproblemen gescheitert.

Laut Springer gibt es jedoch keine Verbindung zwischen dem Einstieg bei Dogan und der zwölfprozentigen Springer-Beteiligung an ProSiebenSat.1. "Ich kann nicht kommentieren, was Dogan tut. Wir haben in Dogan investiert ohne Zusammenhang zu unserem Anteil an ProSiebenSat.1", sagte Springer-Finanzvorstand Steffen Naumann am Donnerstag auf einer Investorenkonferenz von Morgan Stanley in Barcelona. Von ProSiebenSat.1 war am Freitagmorgen laut Reuters niemand für einen Kommentar zu erreichen.

Nach Angaben Springers beläuft sich der Kaufpreis für die Dogan-Beteiligung zunächst auf 375 Mio. Euro. Springer werde zwei von sieben Mitgliedern im Verwaltungsrat bei Dogan TV stellen. Die Dogan Yayin Holding A.S. hält gegenwärtig 99,51 Prozent an Dogan TV.

Die Transaktion stehe unter gesetzlichen Vorbehalten sowie eine für Springer zufrieden stellende Unternehmensprüfung. Dogan TV ist die führende Sendergruppe in der Türkei und hat einen Anteil von 24 Prozent im Zuschauermarkt sowie einen Werbemarktanteil von 36 Prozent. Die Gesellschaft verfügt über drei landesweite TV-Sender: Den führenden Unterhaltungssender Kanal D, das jüngst übernommene Star TV und CNN Turk, ein Joint Venture mit Time Warner. Daneben gehören Dogan TV 15 über Satellit und Kabel verbreitete Spartenkanäle, die Sender EuroD und EuroStar, die in Europa ausgestrahlt werden, sowie drei Radiostationen.

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