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Montag, 03. Dezember 2007

Mindestlohn für Briefzusteller: TNT legt Postpläne auf Eis

Die geplante Einführung des Mindestlohns in der Briefbranche schreckt Konkurrenten der Deutschen Post ab. Die niederländische TNT und die zum Hamburger Versandhändler Otto gehörende Hermes legten Pläne auf Eis, den ehemaligen Monopolisten im Briefgeschäft mit Privatkunden und Kleinunternehmen in Deutschland anzugreifen. Zuvor hatte der Axel Springer Verlag angekündigt, einen Ausstieg aus der verlustreichen Tochter Pin und damit aus dem Briefgeschäft zu prüfen. Post-Aktien notierten deutlich im Plus.

"Ein gemeinsames Angebot an Briefdienstleistungen für Privatkunden und Kleinunternehmen durch TNT Post und die Hermes Logistik Gruppe wird es vorerst nicht geben", hieß es in einer Mitteilung der Unternehmen. Grund sei die Diskussion um einen Mindestlohn für Briefzusteller. Verbraucher können damit auch nach dem Fall des Briefmonopols in Deutschland Anfang 2008 ihre Briefsendungen nicht in den 13.500 bundesweiten Niederlassungen von Hermes abgeben. Deren Paketannahmestellen hätten nach den gescheiterten Plänen auch Brief entgegennehmen sollen. TNT Post will sich nun einer Sprecherin zufolge weiter auf die Zustellung von Geschäftspost und das Verteilen von Werbung beschränken.

Der von PIN und TNT gestützte Branchenverband der Post-Konkurrenten hatte gewarnt, durch den Mindestlohn drohten bis zu 20.000 der 60.000 Stellen bei den Post-Wettbewerbern verloren zu gehen. Union und SPD steuern auf einen Mindestlohn für Briefträger von bis zu 9,80 Euro in der Stunde zu. Die Wettbewerber des ehemaligen Monopolisten wollten auch deutlich niedrigere Löhne zahlen dürfen. Nun sehen sie den Wettbewerb in Deutschland trotz des Falls des Briefmonopols in Gefahr.

Post-Chef Klaus Zumwinkel hatte mehrfach betont, er erwarte bei Geschäftspost im kommenden Jahr den härtesten Wettbewerb für den ehemaligen Monopolisten. Dort kann es anders als im deutlich aufwendigeren und margenschwächeren Geschäft mit Privatkunden auch zu Preiskämpfen kommen.

TNT hatte von der Politik gefordert, wegen des Mindestlohns in Deutschland die zum Jahreswechsel geplante Liberalisierung im niederländischen Heimatmarkt zu verschieben. Bei den in der Regierung vertretenen Sozialdemokraten stößt diese Initiative aber auf Skepsis. Sie sehe den Mindestlohn nicht als Hindernis für den Wettbewerb, sagte die in der Partei für die Post-Liberalisierung zuständige Abgeordnete Mei Li Vos.

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