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Viertes Werk in PlanungTognum baut in den USA

09.09.2008, 13:56 Uhr

Der Motorenhersteller Tognum will seine Fertigung in den USA ausbauen. Die Entscheidung über den Bau eines vierten Werkes wird in den nächsten Tagen fallen. Damit will das Unternehmen einem schwachen Dollar-Kurs entgegen wirken.

Der Dieselmotorenbauer Tognum will sich gegen schwache Dollar-Kurse besser absichern und plant daher den Bau eines weiteren Werks in den USA. "Es sind drei bis vier Standorte in der engeren Auswahl. In den nächsten Wochen fällt eine Entscheidung", sagte Tognum-Chef Volker Heuer dem "Handelsblatt".

Der schwache Dollar ist derzeit das größte Problem des florierenden Unternehmens aus Friedrichshafen am Bodensee. Durch das neue US-Werk soll der dortige lokale Anteil bei der nächsten Motorengeneration von derzeit 7 auf 35 Prozent steigen. Der Hersteller großer, schnell laufender Dieselmotoren für Schiffe, Lokomotiven, Panzer und Industrieanlagen erzielte in den USA im vergangenen Jahr mit bislang drei Werken 28 Prozent seines Umsatzes von 2,83 Milliarden Euro.

Bis die neue Fabrik steht, muss Heuer mit Bordmitteln gegensteuern. So will Tognum 2009 in den USA die Preise um sieben Prozent erhöhen, während in Europa nur vier Prozent geplant sind. Bis Jahresende haben die Friedrichshafener laut Zeitung den Dollar-Kurs zu 95 Prozent abgesichert, für 2009 bis zu 60 Prozent.

Dollar-Belastung von 80 Millionen Euro

Heuer ließ die Zukunft des Gelenkwellen-Geschäfts offen und bestätigte, dass es derzeit Gespräche mit möglichen Käufern gebe. Großkunde dieser relativ kleinen Sparte ist der Autobauer Daimler, der nach dem Verkauf der damaligen MTU an den Finanzinvestor EQT Ende 2005 sich in diesem Frühjahr für über eine halbe Milliarde Euro wieder eine Sperrminorität (knapp über 25 Prozent) gesichert hatte. Dabei ging es aber vorrangig nicht um die Gelenkwellen, sondern um die Absicherung der Lieferung von LKW-Motoren von Tognum an Daimler.

Der schwache Dollar belastete 2007 den Umsatz mit 80 Millionen Euro und das operative Ergebnis von 366 Millionen Euro mit rund 20 Millionen Euro. Trotz des eingetrübten Gesamtumfelds bleibt Heuer für den Konzern im Gesamtjahr 2008 optimistisch: "Unsere Märkte sind weltweit intakt. Die Schwäche in den USA gleichen wir aus. Unser Ausblick für die nächsten Monate ist zuversichtlich." Die Nachfrage im US-Geschäft sei robust, bis auf ein Nachlassen bei Motoren für kleine Yachten bis zu 20 Meter Länge.

Der Kurs der Tognum AG lag am Dienstagmorgen mit 14,36 Euro weiterhin deutlich unter dem Ausgabepreis von 24 Euro beim Börsenstart Anfang Juli 2007.