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"Deutlich weniger schwach"US-Wirtschaft schrumpft

25.06.2009, 15:46 Uhr

Die US-Wirtschaft bricht im ersten Quartal 2009 nicht ganz so stark ein wie erwartet. Gemessen an der Zahl der eingehenden Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe bleibt die Lage dennoch angespannt.

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Weites Land, schwache Wirtschaft: Das Bruttoinlandsprodukt der weltgrößten Volkswirtschaft geht etwas langsamer zurück als erwartet. (Foto: REUTERS)

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der weltgrößten Volkswirtschaft sank mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 5,5 (zweite Schätzung: minus 5,7) Prozent, wie das Handelsministerium nach endgültigen Berechnungen mitteilte.

Im letzten Quartal 2008 war das US-Bruttoinlandsprodukt noch mit einer hochgerechneten Jahresrate von 6,3 Prozent eingebrochen, so stark wie seit 1982 nicht mehr.

Auch wenn der Anstieg der Konsumausgaben mit 1,4 Prozent leicht geringer ausfielen als zuvor mit 1,5 Prozent angenommen, bedeuteten die Zahlen vom ersten Quartal den stärksten Anstieg seit fast zwei Jahren, hieß es. Die Ausgaben der Konsumenten im letzten Quartal 2008 waren noch massiv um 4,3 Prozent eingebrochen, so stark wie seit beinahe drei Jahrzehnten nicht mehr.

"Wir haben eine Wirtschaft, die deutlich weniger schwach ist", meinte Mike Englund, der Chef-Ökonom des Wirtschaftsinstituts Action Economics LLC in Boulder, Colorado. Der Chef der US-Notenbank, Ben Bernanke, hatte kürzlich festgestellt, er erwarte das Ende der Rezession zum Ende des Jahres. Für das zweite Quartal erwarten Wirtschaftsexperten, dass die US-Wirtschaft nur noch um 1,8 Prozent schrumpft.

Die USA befinden sich seit fast eineinhalb Jahren in der Rezession. Die schwache Konjunktur treibt die Arbeitslosenzahlen immer weiter in die Höhe: Allein in der Woche zum 20. Juni gingen 627.000 Anträge auf Arbeitslosenhilfe ein. Experten hatten nur mit 600.000 gerechnet, in der Vorwoche waren es 612.000.

Arbeitslose Lehrer

Aus dem Arbeitsministerium verlautete, es seien überraschend viele Anträge aus dem Bildungssektor eingegangen. Dies hänge offenbar mit dem Ende des Schuljahres zusammen. Die Rezession hat viele Bundesstaaten zu einem strikten Sparkurs gezwungen, wobei auch im Bildungssektor der Rotstift angesetzt wird. Oftmals werden dabei auslaufende Verträge von Lehrern und Hilfskräften nicht mehr verlängert.

Präsident Barack Obama hatte jüngst eingeräumt, dass die Regierung die Entwicklung der Arbeitslosigkeit falsch eingeschätzt hat. Noch vor einigen Monaten hatte sie prognostiziert, dass die Arbeitslosenquote bei acht Prozent ihren Höhepunkt erreichen und dann zum Ende dieses Jahres fallen werde. Schon jetzt hat die Quote mit 9,4 Prozent aber den höchsten Stand seit rund einem Vierteljahrhundert erreicht.

Im Kampf gegen die Rezession hatte Obama ein knapp 800 Mrd. Dollar schweres Konjunkturprogramm auf den Weg gebracht, um die Wirtschaft zu stützen.

Quelle: mmo/dpa/rts