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Freitag, 07. November 2008

Deutlich mehr als erwartet: USA verlieren Jobs

Die US-Wirtschaft hat im Oktober deutlich mehr Stellen abgebaut als erwartet. Zugleich fiel das Minus im September so groß aus wie seit fast sieben Jahren nicht mehr, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Insgesamt fielen im abgelaufenen Monat 240.000 Jobs weg. Im Vorfeld befragte Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang um 200.000 gerechnet. Die Arbeitslosenquote schnellte auf 6,5 Prozent nach oben, höher war die Quote zuletzt im März 1994.

Für September revidierte das Ministerium die Zahlen auf 284.000 nach oben - zuletzt wurden nach den Anschlägen vom 11. September 2001 mehr Arbeitsplätze gestrichen. Auch die August-Zahlen wurden heraufgesetzt. Damit fielen in diesen beiden Monaten 179.000 Stellen mehr weg als ursprünglich angenommen. Die Entwicklung am Arbeitsmarkt ist entscheidend für die Konsumausgaben, die wiederum gut zwei Drittel der Wirtschaftsleistung in den USA ausmachen.

Die Zahlen waren wirklich schlecht. Die Arbeitslosenquote ist nochmal richtig nach oben gegangen, die Septemberdaten wurden auch noch nach unten revidiert. Der Abschwung in den USA bekommt eine neue Dynamik", sagte Analyst Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus. Ein Händler erklärte, um die Märkte nachhaltig zu bewegen, müsse die Überraschung schon sehr positiv ausfallen.

Angesichts der schwachen Daten wunderten sich Händler über die gelassene Reaktion der Märkte. "Einige Marktteilnehmer sehen sie nur als taktische Revisionen im Zusammenhang mit der US-Präsidentenwahl", sagt ein Händler. Die Daten könnten möglicherweise sämtliche negativen Fakten überbetonen, um dem nächsten US-Präsidenten Obama einen guten Start zu ermöglichen. "Das ist wie beim Vorstandswechsel im Unternehmen", so der Händler: "Man drückt noch mal alles ins alte Quartal, um den neuen Vorstand unbelastet starten zu lassen".

Jeder fünfte Jugendliche ohne Arbeit


In den ersten zehn Monaten des Jahres hätten rund 1,2 Mio. US-Amerikaner ihren Arbeitsplatz verloren, berichtete das Arbeitsministerium. Rund 10,1 Mio. US-Bürger sind demnach im Oktober 2008 ohne Arbeit. Besonders drastisch ist den Angaben nach der Rückgang der Arbeitsplätze im Handwerk, beim Bau und im Dienstleistungsgewerbe. Dagegen stieg die Zahl der beim Staat Beschäftigten sowie im Gesundheitswesen. Vor allem die Jugendarbeitslosigkeit sei stark gestiegen: die Quote stieg von 19,1 Prozent im September auf 20,6 Prozent im Oktober.

Wirtschaftsexperten rechnen laut CNN in den letzten beiden Monaten des Jahres mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit in den USA. Der Sender verwies auf das Automobilunternehmen Ford, das beabsichtige, in Kürze 2260 Arbeitsplätze einzusparen. Auch bei General Motors seien Entlassungen wahrscheinlich.

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