Kein Gebot für Freenet-DSLUnited Internet steigt aus
Der Internetanbieter United Internet bietet nicht mehr für die DSL-Sparte des Mobilfunkanbieters Freenet. Man sei bereits im Oktober aus dem Verfahren ausgeschieden. Freenet sei schriftlich darüber unterrichtet worden, heißt es.
Der Telekomkonzern United Internet bietet nicht mehr für die Breitbandsparte des Hamburger Konkurrenten Freenet. Zwar habe United Internet ein Angebot für die Sparte abgegeben, doch sei man bereits im Oktober aus dem Verkaufsverfahren ausgestiegen, teilte der in Montabaur ansässige TecDax-Konzern am Mittwochmorgen mit. Ein entsprechendes Schreiben sei seinerzeit an Freenet versandt worden.
United Internet reagierte mit dieser Mitteilung auf einen Bericht der "Börsenzeitung" (BöZ) vom Samstag. Die Wirtschaftszeitung hatte unter Berufung auf Aussagen des Freenet-Vorstandsvorsitzenden Eckhard Spoerr berichtet, dass United Internet eine Offerte für das DSL-Geschäft abgegeben habe. Laut "BöZ" verhandelt Freenet "mit mehr als einem Interessenten".
Freenet hatte nach der Übernahme des Wettbewerbers Debitel ihr DSL-Geschäft zum Verkauf gestellt und im Juni erklärt, Interessenbekundungen von potenziellen Käufern einzuholen. Begründet wurde der Schritt mit der Konzentration auf das Mobilfunkgeschäft. Ursprünglich hatte Freenet in Aussicht gestellt, die Transaktion voraussichtlich noch in diesem Jahr über die Bühne zu bringen.
Anlässlich der Veröffentlichung der Drittquartalszahlen am vergangenen Freitag teilte das Unternehmen dann mit, die Finanzmarktkrise und die konjunkturelle Abkühlung machten den geplanten Verkauf schwieriger. Es müsse daher damit gerechnet werden, dass ein Verkauf des DSL-Bereichs "nur zu deutlich schlechteren Konditionen als ursprünglich angenommen" umgesetzt werden könne. Zudem bestätigte Freenet den zuvor gesetzten Zeitrahmen nicht mehr, der auf einen Abschluss der Transaktion noch in diesem Jahr abzielte.