Huren belasten HartzVW könnte zur Kasse bitten
Volkswagen prüft laut einem Pressebericht Schadenersatz-Ansprüche in sechsstelliger Höhe gegen Ex-Personalchef Peter Hartz. Zwei Prostituierte aus Hannover sollen zudem Hartz gegenüber der Staatsanwaltschaft belastet haben.
Die Volkswagen-Affäre könnte Ex-Personalchef Peter Hartz teuer zu stehen kommen. VW prüft laut einem Pressebericht, ob der Konzern Schadenersatz-Ansprüche gegen Hartz stellen wird. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtete, drohten Hartz dabei Forderungen in sechsstelliger Höhe.
Die Konzernrevision von Volkswagen arbeite derzeit an einer Liste mit Fällen, bei denen der ehemalige Topmanager möglicherweise Firmengelder veruntreut habe. Dabei geht es um Reisen und Bordellbesuche sowie eine Wohnung in Braunschweig, die auf Kosten des Volkswagen-Konzerns für rund 50.000 Euro renoviert worden sei und als Liebesnest gedient haben soll.
Zwei Huren aus Hannover sollen unterdessen Vorwürfe gegen Hartz bestätigt haben, berichtet der "Spiegel". Sie hätten Angaben des ehemaligen VW-Managers Klaus-Joachim Gebauer gegenüber der Staatsanwaltschaft Braunschweig bestätigt, schreibt das Blatt. Demnach habe er eine der beiden Frauen für Treffen mit Hartz in der Braunschweiger Wohnung angeheuert, die andere Prostituierte habe an einem Urlaub mit dem Ex-Betriebsratsvorsitzenden Klaus Volkert nach Fehmarn teilgenommen. "Meine Mandantin hat Hartz belastet", zitiert das Blatt den Anwalt einer der Frauen.
In einem anderen Punkt seien die Aussagen Gebauers möglicherweise unzutreffend. Er habe von einer Sex-Party in Hannover im Rahmen eines Betriebsrätetreffens berichtet, an der unter anderem Volkert und die heutigen SPD-Politiker Hans-Jürgen Uhl und Günter Lenz teilgenommen hätten, was beide bestreiten. Gebauer habe aus seinen Unterlagen als Datum den 18. Oktober 2000 rekonstruiert, zu diesem Zeitpunkt habe es jedoch kein solches Betriebsrätetreffen in Hannover gegeben. Die Ermittler prüfen nun andere Daten. Infrage käme ein Treffen im November 1999 – dann allerdings wären die Untreuevorwürfe bereits verjährt.