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Absage an RettungspaketVersicherer sagen Nein

15.10.2008, 14:02 Uhr

Die Versicherungsbranche erteilt dem Rettungspaket der Bundesregierung eine Absage. Neben Allianz und Münchener Rück sehen weitere Versicherungskonzerne keinen Bedarf für staatliche Hilfe.

Für die Versicherungsbranche kommt das von der Bundesregierung auferlegte Rettungspaket wohl nicht in Frage. Während Banken abwarten, bis das neue Gesetz in trockenen Tüchern ist und sich die Bedingungen zunächst im Detail anschauen wollen, erteilten Versicherer den angebotenen Staatshilfen schon am Mittwoch eindeutige Absagen.

Die Allianz, AMB Generali und Talanx sowie die Rückversicherer Hannover Rück und Münchener Rück und der Stuttgarter Baufinanzierer und Versicherer Wüstenrot & Württembergische (W&W) erklärten, sie sähen keine Notwendigkeit, auf das fast 500 Mrd. Euro schwere Rettungspaket des Bundes zurückzugreifen. Auch der Finanzmakler und Vermögensverwalter MLP will keine Hilfen in Anspruch nehmen.

Aus den Instituten hieß es unisono, die Kapitalbasis sei solide, es gebe keinen direkten Bedarf für Hilfen von außen. Münchener-Rück-Chef Nikolaus von Bomhard bezeichnete das am Wochenende in Windeseile zusammengeschnürte Maßnahmenpaket dennoch als "sehr positiv" und "absolut notwendig". Dank der öffentlichen Gelder werde keine Bank umfallen, sagte er in Hamburg. Er zeigte sich zuversichtlich, dass der zum Erliegen gekommene Markt für Interbankenkredite bald wieder anspringen werde.

Versicherer weniger stark abhängig

Anders als Banken sind Versicherer weniger stark von der seit mehr als einem Jahr anhaltenden Finanzkrise betroffen. Nach Einschätzung von Experten sind sie deutlich weniger stark vom Geldmarkt abhängig. Seit dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers im September hat sich die Lage an den Märkten drastisch verschärft. Banken leihen sich untereinander kein Geld mehr, weil sie sich gegenseitig nicht mehr trauen.

Der Bund will der Branche über einen 400 Milliarden Euro schweren Fonds Garantien für Kredite oder Wertpapiere zur Verfügung stellen. Zusätzlich stehen bis zu 80 Milliarden Euro für Kapitalspritzen bereit. Finanzminister Peer Steinbrück will die Hilfen aber mit harten Auflagen für die Banken verknüpfen.

NRW-Minister zeigt auf LBBW

Wer sich von Seiten der Banken an dem Paket beteiligt, ist offen. Im Umfeld der Geldhäuser heißt es, man wolle erst die Details des Gesetzes abwarten, das Ende der Woche verabschiedet werden soll. Vor allem Landesbanken gelten als heiße Kandidaten für die Staatshilfen. Nordrhein-Westfalens Finanzminister Helmut Linssen erwartet, dass die Stuttgarter LBBW als erste Landesbank den Fonds in Anspruch nehmen wird. Die Stuttgarter LBBW will davon aber nichts wissen. Derzeit gebe es keine konkreten Pläne.

Linssen sagte vor dem Düsseldorfer Landtag, die Auswirkungen der Finanzkrise auf die WestLB seien infolge der vor Monaten beschlossenen Milliarden-Hilfen des Landes NRW und der Sparkassen nicht so gravierend. Im Umfeld der BayernLB, die ebenfalls stark mit den Folgen der Krise kämpf, hieß es, die Instrumente des Fonds würden vor einer Entscheidung über eine mögliche Teilnahme erst geprüft.