Nobelpreis für WirtschaftVertragstheoretiker geehrt
Den Nobelpreis für Wirtschaft erhalten in diesem Jahr die US-Wissenschaftler Leonid Hurwicz, Eric Maskin und Roger Myerson. Die Schwedische Reichsbank zeichnete damit ihre Beiträge zur Theorie von wirtschaftlichen Handlungsvorgängen aus, der sogenannten "mechanism design theory".
Den Nobelpreis für Wirtschaft erhalten in diesem Jahr die US-Wissenschaftler Leonid Hurwicz, Eric Maskin und Roger Myerson. Die Schwedische Reichsbank zeichnete damit ihre Beiträge zur Theorie von wirtschaftlichen Handlungsvorgängen aus, der sogenannten "mechanism design theory". Die Arbeiten sind Teil der Vertragstheorie und haben das Verständnis von gut funktionierenden Märkten verbessert. Von bisher 61 Wirtschafts-Preisträgern kamen mehr als zwei Drittel aus der US-Forschung.
Der in Moskau geborene Hurwicz gilt als Begründer der Theorie, die Strategien beim Abschluss von Verträgen erforscht. Maskin und Myerson hätten sie wesentlich weiterentwickelt, hieß es in der Begründung des Stockholmer Komitees.
Der Preis ist mit umgerechnet 1,1 Millionen Euro dotiert und heißt offiziell Preis zum Gedenken an Alfred Nobel. Überreicht wird er am 10. Dezember gemeinsam mit den übrigen fünf Nobelpreisen. Die Auszeichnung im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften wird erst seit 1969 verliehen und wurde von der schwedischen Notenbank gestiftet, um der wachsenden Bedeutung wirtschaftlicher Fragen Rechnung zu tragen. Die traditionellen Nobelpreise für Medizin, Chemie, Physik, Literatur und Frieden werden seit 1901 vergeben und wurden bereits in der vergangenen Woche mitgeteilt.
Im vergangenen Jahr erhielt der US-Ökonom Edmund Phelps die Auszeichnung für die Erforschung des Zusammenhangs von Preisentwicklung und Arbeitsmarkt. Als wichtigster Wirtschafts-Nobelpreisträger, dessen Einfluss auf die Wirtschaft nicht wegzudenken ist, gilt der US-Amerikaner Milton Friedman. Er wurde vor 30 Jahren für seine Theorien über den Zusammenhang der Geldversorgung der Wirtschaft mit der Preisentwicklung ausgezeichnet.
Erster und bisher einziger deutscher Nobelpreisträger in dieser Disziplin ist der ehemalige Bonner Volkswirtschaftsprofessor Reinhard Selten. Er wurde 1994 zusammen mit den US-Wissenschaftlern John Nash und John Harsanyi für die Weiterentwicklung der Spieltheorie geehrt, die das strategische Verhalten von Spielern auf wirtschaftliche und andere wissenschaftliche Fragen überträgt. Nash wurde vor einigen Jahren weltbekannt durch den Hollywood-Film "A Beautiful Mind".