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Meldungen

Donnerstag, 05. Februar 2009

Trotz Finanzkrise: Visa verdient prächtig

Trotz der Finanzkrise laufen die Geschäfte beim weltgrößten Kreditkartenanbieter Visa prächtig. Anders als Konkurrent American Express steigerte der Marktführer seinen Überschuss in den drei Monaten zum Jahresende um 35 Prozent. Dabei profitierte Visa neben Einsparungen vor allem davon, dass seine Kunden häufiger denn je auf das bargeldlose Zahlungsmittel zurückgriffen. Die Visa-Aktie legte im nachbörslichen Handel um mehr als sieben Prozent auf 52,70 Dollar zu.

Auf das laufende Jahr blickt das Unternehmen aber skeptisch und senkte deshalb seine Prognose für das Umsatzwachstum auf eine hohe einstellige Prozentzahl. Bisher rechnete das Unternehmen mit einem Plus am unteren Rand seiner Spanne von elf bis 15 Prozent. "Die zweite Hälfte des Jahres dürfte schwieriger werden, als wir bislang dachten", sagte Finanzchef Byron Pollitt nach Vorlage der Zahlen am Mittwoch nach US-Börsenschluss. Dies werde Visa in seinem zweiten Halbjahr bis September beim Umsatz zu spüren bekommen. "Wir bleiben aber bei unserer Gewinnprognose und Betriebsgewinnmarge."

In allen Bereichen zugelegt

Im ersten Quartal bis Ende Dezember erwirtschaftete Visa einen Überschuss von 574 Millionen Dollar nach einem Proforma-Gewinn von 424 Millionen Dollar im Jahr zuvor. Im Vergleichsquartal war der Konzern noch in privater Hand. Trotz widriger Umstände legte der Konzern im März vergangenen Jahres den größten Börsengang der US-Geschichte hin. Das Emissionsvolumen lag bei rund 18 Milliarden Dollar.

Der Netto-Umsatz legte um 17 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar zu. Die Zahl der per Visa-Kreditkarte abgeschlossenen Geschäfte stieg um acht Prozent auf 9,8 Milliarden Dollar. Investoren würdigten die Geschäftspolitik des Marktführers: "Sie erfüllen ihre Prognosen durch Einsparungen, bevor sie ein größeres Wachstum ankündigen", sagte James Ellman vom Hedge-Fund Seacliff Capital.

American Express verzeichnete im Schlussquartal 2008 nicht zuletzt wegen der Konsumschwäche auf dem Heimatmarkt einen Gewinneinbruch um fast drei Viertel auf 238 Millionen Dollar. Analysten warnen seit langem, dass die rund eine Billion Dollar an Kreditkartenschulden in den USA nach dem Platzen der Blase am Hypothekenmarkt zum nächsten Risiko für die Bankenbranche werden könnte. Die Kredite wurden ebenfalls in Wertpapiere verpackt und an Geldhäuser weltweit verkauft. Sollten diese im Zuge des Konjunkturabschwungs vermehrt ausfallen, drohen neue Milliardenabschreibungen bei den Banken.

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