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Indikator für den US-KonsumWeihnachtsgeschäft lahmt

30.11.2008, 12:40 Uhr

Das Weihnachtsgeschäft bei den US-Einzelhändlern läuft in diesem Jahr wie erwartet schleppend an. Nach ersten Ergebnissen von Konsumforschern halten sich die Kunden mit ihren Einkäufen noch zurück.

Das Weihnachtsgeschäft bei den US-Einzelhändlern ist in diesem Jahr wegen der Wirtschaftskrise wie erwartet schleppend angelaufen. Die Kunden hielten sich nach ersten Ergebnissen der Konsumforscher ShopperTrak mit ihren Einkäufen für die bevorstehenden Feiertage in der Hoffnung auf noch größere Rabatte zurück. Am ersten Handelstag nach dem Erntedankfest Thanksgiving, dem "Black Friday", hätten die Einzelhandelsriesen ihren Umsatz immerhin um drei Prozent auf 10,6 Mrd. Dollar gesteigert, teilte die Forschungsgruppe mit. Das war aber geringer als das Wachstum von 8,3 Prozent im vergangenen Jahr.

"Die erste Reaktion von vielen Leuten könnte positiv sein", sagte Analyst Joseph Feldman von der Telsey Advisory Group zu den vorläufigen Schätzungen. Bei Herausrechnung des Preisauftriebs seien die Zahlen aber nur unverändert im Jahresvergleich. Er erwarte für das gesamte Weihnachtsgeschäft einen gleichbleibenden Umsatz oder sogar Einbußen. Analysten hatten zuvor gewarnt, dass die Umsatzerlöse in diesem Jahr erstmals seit Erhebung der Daten Anfang der 90er Jahre wegen der Wirtschaftsrezession schrumpfen könnten.

Kurze Hochphase

Die zu Beginn des Weihnachtsgeschäfts befragten Kunden zeigten sich gegenüber den Konsumforschern von den bislang angebotenen Rabatten enttäuscht. Viele gaben an, deshalb auf bessere Angebote in den kommenden Wochen warten zu wollen. In diesem Jahr fällt das normalerweise umsatzstärkste Geschäft des Jahres mit 27 Tagen zwischen Thanksgiving und Weihnachten kürzer aus als 2007 mit 32 Tagen.

Die Umsätze am Black Friday gelten als wichtiger Indikator dafür, wie sich die Geschäfte in den Monaten November und Dezember entwickeln. Traditionell werden an diesem Wochenende etwa zehn Prozent des Jahresumsatzes erwirtschaftet. Die Entwicklung der Konsumausgaben ist von zentraler Bedeutung für die US-Wirtschaft als Ganzes. Immerhin machen sie rund zwei Drittel des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der weltgrößten Volkswirtschaft aus.

Online alles prima

Die beiden Internethändler Ebay und Amazon berichteten dagegen von einem regen Geschäft und Umsatzsteigerungen. Die Kunden hätten bei ihrer Suche nach Schnäppchen in den Online-Shops vor allem Elektronikprodukte nachgefragt. Das Online-System Paypal, eine Tochtergesellschaft von eBay, verbuchte nach eigenen Angaben 34 Prozent mehr Transaktionen als im Vorjahresvergleich. Die Umsätze kletterten um 26 Prozent.