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Donnerstag, 06. April 2006

Mehr Steuern: Weniger in der Tasche

Die geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer wird die jährliche Teuerungsrate nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um maximal 1,4 Prozentpunkte erhöhen. Bei der Rechnung wird unterstellt, dass die Anhebung um drei Punkte zum 1. Januar 2007 vollständig auf die Verbraucherpreise abgewälzt wird. Das teilte das Amt in Wiesbaden mit.

Mit einer vollständigen Abwälzung auf die Verbraucherpreise rechnen die Experten aber zumindest für die ersten beiden Quartale des kommenden Jahres nicht. Im März hatte die Inflationsrate nach vorläufigen Daten 1,9 Prozent betragen.

Bei der letzten Erhöhung 1998 um einen Prozentpunkt sei die tatsächliche Wirkung auf die Inflation deutlich geringer gewesen als die rechnerische, heißt es. Eine vollständige Preisüberwälzung auf die Verbraucher hätte rechnerisch zu einem Preisanstieg im Jahresvergleich um 0,5 Prozentpunkte führen müssen. Tatsächlich seien die Preise aber weniger gestiegen.

Ökonomen von Instituten und Banken, aber auch die Bundesbank sowie Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften warnen einhellig, die Mehrwertsteuererhöhung werde den privaten Konsum 2007 schwer beeinträchtigen. Die Wirtschaft komme ohnehin wegen der hohen Arbeitslosigkeit seit Jahren nicht richtig in Schwung kommt.

Eine Unternehmensberatung Sempora kommt zu dem Schluss, dass fast ein Drittel der von ihr befragten Firmen die Situation nutzen will, um zusätzlich zur Steuererhöhung die Preise zu erhöhen. Mehr als die Hälfte der Handelsunternehmen wolle die drei Punkte teilweise, ein Drittel ganz weitergeben. Die Mehrheit der befragten Firmen erwartet zudem, dass die Verbraucherpreise schon im Vorfeld der Steuererhöhung steigen werden, um von vorgezogenen Ausgaben der Verbraucher zu profitieren, die der Steuererhöhung zuvor kommen wollen.

Die Bundesregierung beabsichtig, mit den zusätzlichen Einnahmen aus der Mehrwertsteuererhöhung von etwa 20 Mrd. Euro jährlich den Haushalt zu sanieren und die Lohnnebenkosten zu senken.

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