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Einkommensverlust in 2007Weniger in der Tasche

21.01.2008, 13:22 Uhr

Gefühlt hat es jeder, aber jetzt ist es auch amtlich: Die Arbeitnehmer mussten im letzten Jahr einen realen Einkommensverlust hinnehmen. Der Aufschwung kommt bei den Verbrauchern in Deutschland nicht an.

Trotz des kräftigen Aufschwungs haben die Arbeitnehmer 2007 das vierte Jahr in Folge reale Lohneinbußen hinnehmen müssen. Zwar legten die Bruttoeinkommen im Schnitt um 1,3 Prozent zu, wie das Tarifarchiv des gewerkschaftsnahen WSI-Instituts mitteilte. Die Kosten für die Lebenshaltung stiegen aber mit 2,2 Prozent deutlich schneller. "Real sind die Einkommen also um fast ein Prozent gesunken", sagte der Leiter des Tarifarchivs, Reinhard Bispinck.

In diesem Jahr dürfen die Beschäftigten aber wieder auf ein reales Lohnplus hoffen. "Die Voraussetzungen sind nicht schlecht", sagte Bispinck. Die Teuerungsrate wird nach Prognosen von Wirtschaftinstituten zwar über zwei Prozent verharren, doch könnten die Lohnzuwächse diesmal kräftiger ausfallen. Die Gewerkschaften fordern fünf bis neun Prozent mehr. Verhandlungen stehen etwa im öffentlichen Dienst, in der Stahl- und Chemieindustrie, in der Textil- und Bekleidungsbranche, in der Energieversorgung, im Kfz-Gewerbe und in der Landwirtschaft an.

2007 legten die Tariflöhne im Schnitt um 2,2 Prozent zu, das entsprach exakt der Inflationsrate. Die Entwicklung lief aber gespalten. "Während die exportorientierten Branchen erneut Tarifsteigerungen oberhalb der Preissteigerungsrate verzeichneten, blieben die Zuwächse in binnenmarktabhängigen Bereichen zum Teil weit darunter", sagte Bispinck. Das größte Plus gab es im Investitionsgütergewerbe mit 3,4 Prozent, gefolgt vom Grundstoff- und Produktionsgütergewerbe mit 2,6 Prozent. In einigen Branchen wurden keine Steigerungen vereinbart, darunter der Einzelhandel. "In vielen Wirtschaftszweigen haben die Beschäftigten bisher nicht vom Aufschwung profitiert", sagte Bispinck.