EU-AuflagenWestLB vor Verkauf
Die WestLB steht vor dem Verkauf. Hintergrund sind Forderungen der EU-Wettbewerbshüter, die im Gegenzug für die Genehmigung überlebenswichtiger Beihilfen auf einen Eignerwechsel drängen.
Die WestLB steht vor dem Verkauf. Hintergrund sind Forderungen der EU-Wettbewerbshüter, die im Gegenzug für die Genehmigung überlebenswichtiger Beihilfen auf einen Eignerwechsel drängen. Da das Düsseldorfer Institut aber keinen Partner im Lager der Landesbanken findet, will es "kurzfristig" Verhandlungen mit der Brüsseler Kommission über einen Bieterwettbewerb aufnehmen. 2008 kehrte die WestLB dank der milliardenschweren Hilfen ihrer Eigner in die Gewinnzone zurück.
"Back in black"
Das Ergebnis vor Steuern sei 2008 auf 26 Mio. Euro gestiegen nach einem Verlust von 1,498 Mrd. Euro im Vorjahr, teilte die drittgrößte deutsche Landesbank am Donnerstag in Düsseldorf mit. Unter dem Strich verdiente das angeschlagene Institut 18 Mio. Euro nach einen Minus von 1,597 Mrd. Euro im Vorjahr. Die Bank habe von den Garantien und ihrem Sparprogramm profitiert, dem bis Ende 2010 insgesamt rund 1350 Stellen zum Opfer fallen sollen. "In dem für Banken äußerst schwierigen Jahr hat sich die WestLB vergleichsweise gut geschlagen", betonte WestLB-Chef Heinz Hilgert. "Die WestLB ist stabilisiert", fügte er hinzu. Doch sei die Bank "noch nicht über den Berg". Für 2009 wagte er keine konkrete Prognose. Der Vorstand sei "vorsichtig". Zwar seien die ersten beiden Monate über Plan verlaufen, doch sei mit einer erhöhten Risikovorsorge und mit Belastungen bei der Marktbewertung von Staatspapieren zu rechnen.
Unter den sieben deutschen Landesbanken hatten zuvor nur die NordLB und die Landesbank Berlin einen kleinen Gewinn für 2008 gemeldet. Die HSH Nordbank, die BayernLB und die LBBW mussten nach Millairdenverlusten von ihren Eigentümern - allen voran den Ländern und damit den Steuerzahlern - mit Kapitalspritzen gestützt werden. Allein bei der BayernLB summierte sich der Verlust auf gut fünf Mrd. Euro. Auch sie verhandelt mit der EU-Kommission und muss mit Auflagen rechnen.
Ergebnisoffenes Bieterverfahren
Die EU-Wettbewerbshüter wollen bis Ende März Ergebnisse sehen. Aktuell sei aber keine Konzentration unter den Landesbanken möglich, räumte die WestLB ein. Deshalb werde die Bank gemeinsam mit ihren Eignern "kurzfristig" mit der EU-Kommission Verhandlungen "auf Basis eines Konzepts für einen transparenten und diskriminierungsfreien Bieterwettbewerb aufnehmen". Die Versteigerung schließe eine Fusion im Lager der Landesbanken nicht aus. Aber auch Private könnten zum Zuge kommen.
Um das Institut attraktiver für einen Verkauf zu machen und weitere EU-Auflagen zu erfüllen, will die WestLB nicht-strategische Aktivitäten mit einem Volumen von rund 80 Mrd. Euro in eine neue Bank auslagern.