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Immobilienmarkt USAZahl der Baubeginne sinkt

17.06.2008, 19:29 Uhr

Ein knappes Jahr nach Beginn der Immobilienkrise ist ein Ende des Abwärtstrends in den USA nicht in Sicht. Die Zahl der Baubeginne für neue Wohnhäuser sank im Mai auf den niedrigsten Stand seit März 1991.

Ein knappes Jahr nach Beginn der Immobilienkrise ist ein Ende des Abwärtstrends in den USA nicht in Sicht. Die Zahl der Baubeginne für neue Wohnhäuser sank im Mai auf den niedrigsten Stand seit März 1991. Hochgerechnet auf das Jahr seien 975.000 Projekte begonnen worden, teilte das Handelsministerium mit. Der Rückgang fiel mit 3,3 Prozent deutlich stärker aus als von Analysten erwartet. Eine Trendwende ist nicht in Sicht: Die Zahl der Baugenehmigungen für Eigenheime - ein Indikator für die künftige Entwicklung - ging auf 969.000 zurück.

Zudem wird die Kaufkraft der Amerikaner durch steigende Preise vor allem für Energie und Lebensmittel geschmälert. Die Erzeuger setzten ihre Preise allein von April auf Mai um 1,4 Prozent herauf. Auf Jahressicht zogen die Erzeugerpreise den achten Monat in Folge um mehr als sechs Prozent an - das hatte es zuletzt zwischen 1977 und 1982 gegeben. Die US-Notenbank deutete wegen der hohen Inflation bereits an, die Zinsen nicht weiter zu senken. Zuvor hatte sie ihren Leitzins schrittweise von 5,25 auf zwei Prozent zurückgenommen, womit auch Immobilienkredite billiger wurden.

Keine Trendwende in Sicht

Experten rechnen deshalb nicht mit einer schnellen Wende. "Eine nennenswerte Erholung am Bau ist dieses Jahr nicht zu erwarten", sagte Commerzbank-Experte Patrick Franke. "Nach wie vor gibt es aber noch keine wesentlichen Anzeichen einer Aufhellung am Wohnungsmarkt", sagte auch Postbank-Analyst Brian Mandt.

Die US-Immobilienkrise belastet seit vergangenem Sommer die weltgrößte Volkswirtschaft. Banken vergaben im Vertrauen auf steigende Häuserpreise in großem Stil Immobilienkredite an US-Kunden mit geringem Einkommen. Diese können die Raten nicht zurückzahlen, während gleichzeitig die Immobilienpreise in den Keller rauschten. Weil die Kreditrisiken in Form von Verbriefungen an Banken in aller Welt weitergereicht wurden, trifft die Krise auch andere Volkswirtschaften. Der Internationale Währungsfonds (IWF) befürchtet einen Schaden von bis zu 945 Mrd. Dollar.

Darunter leidet auch die US-Industrie. Sie fuhr ihre Produktion im Mai überraschend um 0,2 Prozent herunter. Die Kapazitätsauslastung in den Betrieben sank von 79,6 auf 79,4 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit September 2005.