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Sonntag, 12. Oktober 2008

Tui verkauft Hapag-Lloyd: Zuschlag für Hamburg

Der Reisekonzern Tui verkauft die Mehrheit an seiner Schifffahrtstochter Hapag-Lloyd an eine Hamburger Investorengruppe. Das Konsortium um den Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne beteiligt sich über ein Gemeinschaftsunternehmen zu zwei Dritteln an der Hamburger Traditionsreederei, wie Tui im Anschluss an eine Aufsichtsratssitzung in Hannover bekanntgab. Der Touristikkonzern selbst bleibt mit einem Drittel an Hapag-Lloyd beteiligt.

Den Unternehmenswert von Hapag-Lloyd gab die Tui einschließlich Schulden mit 4,45 Milliarden Euro an. Der Reisekonzern werde für 33 Prozent an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen, das künftig alle Anteile an Hapag-Lloyd hält, 700 Millionen Euro zahlen. Aus dem Verkaufserlös von 1,4 Milliarden Euro sollen die Tui-Aktionäre eine Sonderdividende erhalten. Weitere Mittel daraus sollen in das Tourismusgeschäft investiert werden. So sei daran gedacht, die restlichen 49 Prozent an der Tui-Tourismustochter Travel Plc zu übernehmen. Außerdem will Tui mit dem Erlös seine Schulden tilgen.

B ündnis für Hamburg

Die Gruppe um Kühne war als "Hamburger Lösung" ins Leben gerufen worden, um einen Verkauf der Traditionsreederei ins Ausland zu verhindern. Nach dem Rückzug der Singapurer Reederei Neptune Orient Lines (NOL) aus dem Bieterverfahren war der Weg für einen Zuschlag für die Hamburger frei geworden.

An dem Konsortium "Albert Ballin" sind neben Kühne und der Hansestadt die Versicherungen Iduna und Hanse Merkur sowie die Privatbank M.M. Warburg und die HSH Nordbank beteiligt.

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