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König Ludwig XVI auf einem Gemälde von Antoine Callet aus dem Jahr 1788.
König Ludwig XVI auf einem Gemälde von Antoine Callet aus dem Jahr 1788.(Foto: Wikipedia)

Fundsache, Nr. 1173: Blut Ludwigs XVI. auf Taschentuch

Ludwig XVI. wurde 1793 während der Französischen Revolution in Paris öffentlich enthauptet. Dabei muss ein Revolutionär ein Tuch mit des Königs Blut benetzt haben, welches über 100 Jahre lang im Besitz einer italienischen Familie war. Wissenschaftlern gelingt es, durch Vergleichsblut aus dem mumifizierten Kopf Heinrichs IV., das Blut dem französischen König zuzuordnen.

Wissenschaftler haben Blut auf einem alten Taschentuch dem 1793 enthaupteten französischen König Ludwig XVI. zugeordnet. Ein Revolutionär habe das Tuch nach Ludwigs Tod auf der Guillotine in dessen Blut getränkt, teilte ein Team französischer und spanischer Forscher mit, das seine Ergebnisse in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift "Forensic Science International" veröffentlichte. Das Artefakt befand sich demnach mehr als ein Jahrhundert lang im Besitz einer italienischen Familie.

Frau mit einem Bild von König Ludwig XVI. bei einer Gedenkfeier auf dem Place de la Concorde in Paris anlässlich des 200. Jahrestages seines Todes durch die Guillotine, am 21. Januar 1993.
Frau mit einem Bild von König Ludwig XVI. bei einer Gedenkfeier auf dem Place de la Concorde in Paris anlässlich des 200. Jahrestages seines Todes durch die Guillotine, am 21. Januar 1993.

Zwar legte die aus dem Blut gewonnene DNA nahe, dass es sich um das Blut des Königs handelte, doch fehlte den Wissenschaftlern bislang Vergleichsmaterial. Das gewannen sie nun aus dem mumifizierten Kopf Heinrichs IV., einem fast 200 Jahre zuvor ermordeten Vorgänger und Verwandten Ludwigs XVI. Das Erbmaterial beider Fundstücke wies der Studie zufolge eine seltene genetische Übereinstimmung auf. Dadurch sei es 250-mal wahrscheinlicher, dass es sich um Erbmaterial von Verwandten handele, schrieb der Ko-Autor der Studie, Carles Lalueza Fox vom evolutionsbiologischen Institut in Barcelona.

Alle physikalischen und forensischen sowie historischen und volkskundlichen Erkenntnisse zusammengenommen, wäre es "äußerst überraschend", wenn die jeweiligen Überreste nicht von den beiden Monarchen stammten, schrieb Lalueza. "Man kann sagen, es besteht absolut kein Zweifel mehr" an der Echtheit des mumifizierten Kopfes, der während der Revolution aus der Königsgruft in Saint-Denise nördlich von Paris entwendet worden war.

Ludwig XVI. wurde am 21. Januar 1793 während der Französischen Revolution öffentlich in Paris enthauptet. In den Revolutionsunruhen wurden auch die Gräber früherer Monarchen in Saint-Denise ausgehoben.

Dabei soll früheren Berichten zufolge der Kopf des 1610 von einem Attentäter getöteten Heinrich entwendet worden sein, um in den kommenden Jahrhunderten mehrmals den Besitzer zu wechseln. Bislang konnten jedoch weder die Herkunft des Blutes noch des Kopfes eindeutig geklärt werden. Ältere Untersuchungen hatten nur Hinweise geliefert, nach denen das Taschentuch und der Kopf den jeweiligen Monarchen zuzuordnen seien.

Quelle: n-tv.de

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