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Fundsache, Nr. 816Das Ende von Angkor

30.03.2010, 10:52 Uhr

Durch die Analyse von Baumringen können Wissenschaftler feststellen, zu welchem Zeitpunkt es langandauernde Dürrezeiten und extrem Monsunregen gegeben hat. Der Untergang des Khmer-Imperiums im 15. Jahrhundert könnte damit im Zusammenhang stehen.

Zwei langandauernde Dürrezeiten und extreme Monsunregen trugen möglicherweise zum Ende von Angkor bei, dem Zentrum des kambodschanischen Khmer-Imperiums im 15. Jahrhundert. Das berichtet Brendan Buckley von der Columbia-Universität in Palisades (USA) in den "Proceedings" der US-amerikanischen Akademie der Wissenschaften.

Buckley und seine Mitarbeiter hatten mit Hilfe von Baumringen aus Vietnam das regionale Klima vom Jahr 1250 bis zur Gegenwart rekonstruiert. Dabei fanden sie deutliche Schwankungen bevor Angkor, die Hauptstadt des blühenden Kmer-Reiches, aufgegeben wurde. Lediglich das Heiligtum von Angkor-Wat überlebte den Niedergang.

Extreme Klimaschwankungen

Allein von 1340 bis 1360 und noch einmal von 1400 bis 1420 muss die Region zweimal eine lange Trockenperiode mit schwachen Monsunregen erlebt haben. Dies müsse die Landwirtschaft im dicht besiedelten Kambodscha schwer getroffen haben. Ebenso verhängnisvoll könne sich die folgenden Regengüsse ausgewirkt haben. Die Baumring-Analyse zeige dass der zweiten Trockenzeit abrupt eine Phase extremer Monsunregen folgte. Diese könnten zu Überschwemmungen geführt haben und das ausgefeilte Bewässerungssystem des Khmer-Reiches zerstört haben.

Archäologische Quellen zeigen, dass sich vor ihrer Aufgabe rund um Angkor gemauerte Bewässerungssysteme über eine Fläche von tausend Quadratkilometern erstreckten. Es gibt Hinweise, dass diese um 1450 durch Überflutungen beschädigt und teilweise verfüllt wurden, berichten die Forscher.

Quelle: dpa