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Donnerstag, 13. Dezember 2007

Stichwort: Galileo-Satellitensystem

Das Satelliten-Navigationssystem Galileo ist nach Airbus das neue Prestigeprojekt für eine gemeinsame europäische Hochtechnologie. Das System der Europäischen Union soll moderner, genauer und besser werden als das vom US-Militär kontrollierte GPS, mit dessen Hilfe derzeit weltweit Flugzeuge, Schiffe und Autos geleitet werden. Die 30 Satelliten sollen neue Dienste ermöglichen, die zu hohen Einnahmen und 150.000 neuen Arbeitsplätzen führen könnten.

Das System soll aus 30 Satelliten und zwei oder drei Bodenstationen bestehen, davon eine beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt im bayerischen Oberpfaffenhofen. Vier Satelliten sind gebaut, von denen bereits einer die Erde umkreist. Die Signale aus dem Weltall ermöglichen mit Empfangsgeräten eine metergenaue Ortsbestimmung auf der Erde. Das kann vor allem im Verkehr und in der Telekommunikation genutzt werden. Aber auch Rettungsdienste, Polizei oder die Bau- und Landwirtschaft können Navigationsdienste einsetzen.

Der Aufbau soll 3,4 Milliarden Euro kosten, die aus dem Gemeinschaftshaushalt der EU finanziert werden. Dazu werden zum Beispiel 1,6 Milliarden Euro nicht benötigter Mittel aus dem Agrarhaushalt umgeschichtet. Ein Industriekonsortium, das sich an den Produktionskosten ursprünglich beteiligen sollte, war im Frühjahr gescheitert. Der Start ist jetzt für 2013 geplant, fünf Jahre später als ursprünglich geplant.

Die Unternehmen sollen sich jetzt neu für die Aufträge zum Bau von Galileo bewerben. Das Projekt wird dazu in sechs Segmente aufgeteilt. Dazu gehören der Bau der Satelliten, Satellitenträger, die Infrastruktur für die Bodenstationen und Software. Keine Firma darf mehr als zwei Segmente dominieren. Das Auftragsvolumen soll zu 40 Prozent an Subunternehmen weitergegeben werden, damit sich auch kleinere Firmen beteiligen können.

An dem gescheiterten Industriekonsortium der ersten Phase waren unter anderem der deutsch-französische Flugzeug- und Rüstungskonzern EADS, die französischen Firmen Alcatel-Lucent und Thales, Inmarsat aus Großbritannien, Finmeccanica aus Italien sowie Hispasat und AENA aus Spanien beteiligt. Die deutsche EADS-Tochter Astrium will sich für den Satellitenbau ebenso bewerben wie die Bremer OHB Technology.

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