Freitag, 30. Oktober 2009
Fundsache Nr. 735: Neuer Grottenkrebs entdeckt
Antennen statt Augen: Die Krebse tasten sich im Dunkeln voran.
(Foto: Ulrike Strecker/picture-alliance/dpa)
Auf der Vulkaninsel Lanzarote haben deutsche Forscher einen bislang unbekannten räuberischen Grottenkrebs entdeckt. Bei der Tauchexpedition zur Erkundung eines Höhlensystems stieß das Team der Tierärztlichen Hochschule Hannover zudem auf zwei neue Arten von Ringelwürmern. Die Wissenschaftler berichten in einer Sonderausgabe des Fachblatts "Marine Biodiversity" über ihre Entdeckungen.
Die räuberischen Grottenkrebse besitzen statt Augen lange Antennen. Damit können sie in dunklen Meereshöhlen alle Richtungen ertasten. Ihr Kopf ist mit drei Paaren mächtiger Fangarme ausgestattet, wobei das erste Paar auch Giftklauen hat. Die neu entdeckte Art wurde nach dem Höhlensystem benannt, in dem sie lebt. Sie trägt den Namen Speleonectes atlantida, übersetzt etwa "Höhlenschwimmer von Atlantida".
Insgesamt 22 Arten bekannt
Die Grottenkrebse zählen nach Auskunft der Hochschule zu den bemerkenswertesten zoologischen Funden der vergangenen drei Jahrzehnte. Die ersten Exemplare dieser Krebstiergruppe wurden 1979 während eines Tauchgangs in einem Höhlensystem auf Grand Bahama entdeckt, einer Insel des Bahamas-Archipels. Insgesamt sind 22 Arten bekannt.
Die ebenfalls bislang unbekannten vielborstigen Ringelwürmer gehören zu den Familien der Nerillidae und der Sylliden, wie Prof. Stefan Könemann aus dem Institut für Tierökologie und Zellbiologie erklärte. Sie bekamen die wissenschaftlichen Namen Meganerilla cesari ("Große Nerilla des Caesar") und Sphaerosyllis iliffei ("Runde Syllis des Iliffe").
dpa
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