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Fundsache

Montag, 16. November 2009

Fundsache, Nr. 743: Siegelabdruck aus Babylonien

Der Fund weist den Kontakt zwischen Avaris und Babylonien nach.
(Foto: dpa)

Ein Team österreichischer Archäologen hat im ägyptischen Nil-Delta den Abdruck eines Keilschrift-Siegels gefunden. Der Keilschrift-Siegel-Abrdruck liefert Hinweise auf den Handel zwischen den Babyloniern und den alten Ägyptern. Der Chef der ägyptischen Altertümerverwaltung, Zahi Hawass, erklärte in Kairo, der in Tell al-Dabaa ausgegrabene Siegelabdruck sei in akkadischer Sprache und stamme aus der Zeit des Königs Hammurabi, der in Babylonien von 1792 bis 1750 v. Chr. herrschte. Mit der beschrifteten Tontafel sei einst ein Sack oder ein Gefäß mit Waren aus Mesopotamien verschlossen worden.

Es ist bereits das zweite Mal, dass das Grabungsteam von Manfred Bietak in dem nordöstlich von Kairo gelegenen Gebiet von Tell al-Dabaa eine akkadische Inschrift findet. "Dies ist ein Beleg dafür, dass die Hyksos Außenhandelsbeziehungen hatten und Verbindungen in den Nahen Osten, die bis nach Süd-Mesopotamien reichten", erklärte der Grabungsleiter.

Die Hyksos waren ein aus Asien eingewandertes semitisches Volk, das Teile Nord-Ägyptens von den Pharaonen eroberte und rund 100 Jahre lang kontrollierte. Die im Nil-Delta entdeckten Keilschrift-Inschriften seien 150 Jahre älter als die sogenannten Armarna-Briefe, eine diplomatische Korrespondenz, die bis zu dem Fund in Tell al-Dabaa die ältesten jemals in Ägypten gefundenen akkadischen Texte gewesen waren.

dpa

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