Archiv

Fundsache, Nr. 509Vorfahr der Seehunde

23.04.2009, 14:39 Uhr

Ein Fossilfund im Norden Kanadas liefert nach Ansicht von Forschern entscheidende Hinweise darauf, wie sich die Seehunde von an Land lebenden Säugetieren zu fleischfressenden Meeresbewohnern entwickelten. Das am Grund eines urzeitlichen arktischen Sees entdeckte Skelett gebe einen ersten Einblick in die frühesten Stadien der Seehund-Evolution, sagte die Paläontologin Natalia Rybczynski von der Carleton-Universität in Ottawa. Der mutmaßliche Seehund-Vorfahr ähnelt einem Otter mit dem Kopf eines Seehunds. Er hatte Beine, einen langen Schwanz und Füße mit Schwimmhäuten.

Die Forscher tauften den mutmaßlichen Seehund-Vorfahren auf den Namen "Puijila darwini". Das erste Wort heißt in der Sprache der Inuit "junges See-Säugetier", der Anhang ist eine Hommage an den vor 200 Jahren geborenen Vater der Evolutionstheorie, Charles Darwin. Das urzeitliche Tier lebte schätzungsweise vor 20 bis 24 Millionen Jahren. Zu dieser Zeit herrschte nach heutigem Wissenstand an der Arktis ein kühles, gemäßigtes Klima.

Gefunden wurde das Fossil bereits 2007, als Rybczynski und ihrem Team bei einer Arktis-Expedition auf Devon Island in Nunavut das Benzin ausging. Die Forscher fanden das Skelett und gruben die Überreste aus, während sie auf Nachschub warteten. Das Resultat ihrer zweijährigen Untersuchungen an dem Fossil veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin "Nature".