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Sanierungskonzept abgelehntAero Lloyd ist pleite

16.10.2003, 07:13 Uhr

Die Charterfluggesellschaft Aero Lloyd ist zahlungsunfähig und hat ihren Betrieb vorerst eingestellt. Die Bayerische Landesbank als Mehrheitsgesellschafterin hatte zuvor das vorgelegte Sanierungskonzept abgelehnt. Ein Insolvenzantrag bei Gericht sei unausweichlich geworden, teilte Aero Lloyd mit.

Die Charterfluggesellschaft Aero Lloyd hat Insolvenz angemeldet. Die Bayerische Landesbank als größter Kreditgeber und Anteilseigner habe das vorgelegte Sanierungskonzept, das drei Jahre dauern sollte, abgelehnt. Dadurch sei ein Insolvenzantrag bei gericht unausweichlich geworden, teilte Aero Lloyd am Freitag mit. Der Flugbetrieb der Gesellschaft wurde um 6.00 Uhr eingestellt.

Der Sanierungsplan hatte nach Angaben des Unternehmens eine positive Fortführungsprognose mit Gewinnen in absehbarer Zeit vorgesehen. Voraussetzung sei allerdings die Sanierung der bilanziellen Altlasten gewesen.

Die Fluglinie hat rund 1.400 Beschäftigte und verfügt über 21 moderne Airbus-Flugzeuge. Die Airline flog von Deutschland und Österreich rund 60 Ferienziele in 13 Ländern an. Zu den wichtigsten Zielgebiete des Unternehmens gehörten das spanische Festland, die Balearen, Kanaren, Portugal, Italien, Türkei, Marokko und Ägypten. Im vergangenen Jahr flogen rund 3,5 Millionen Passagiere mit Aero Lloyd. Zu den Touristik-Partner gehörten Unternehmen wie Thomas Cook, TUI und ITS.

Rund 8.500 Fluggäste sitzen nun im In- und Ausland fest. Knapp 4.000 Urlauber warteten auf deutschen Flughäfen auf ihren Abflug in den Urlaub. Die Kunden, die direkt bei Aero Lloyd gebucht haben, müssen die Alternativflüge nach Angaben von Aero Lloyd aus eigener Tasche bezahlen. Fluggäste, die über Touristikpartern gebucht haben, sollen sich an diese wenden. Folgende Hotlines stehen den Fluggästen zur Verfügung:

Aero-Lloyd-Hotline: 06171-625 200

TUI-Hotline: 0511 5678 000, Thomas Cook-Hotline: 0180 100 380