Brief an den DFBBielefeld warnte vor Marks
Arminia Bielefeld hatte den DFB bereits im August 2004 schriftlich aufgefordert, den inzwischen gesperrten Berliner Schiedsrichter Dominik Marks abzusetzen. Der Club beschwerte sich über "unzählige Fehlentscheidungen" von Marks in der Regionalliga-Partie zwischen den Amateurteams von Hertha BSC und der Arminia am 11. August (2:1).
Der Fußball-Bundesligist Arminia Bielefeld hatte den Deutschen Fußball-Bund bereits am 12. August 2004 schriftlich aufgefordert, den inzwischen gesperrten Berliner Schiedsrichter Dominik Marks abzusetzen. In dem Brief, der in der "Welt" und der "Sport Bild" veröffentlicht wurde, beschwerte sich der Club über die "unzähligen Fehlentscheidungen" von Marks in der Regionalliga-Partie zwischen den Amateurteams von Hertha BSC und der Arminia am 11. August (2:1).
Konkret nannte der Club ein "nichtgegebenes Tor" für, eine "Elfmeterentscheidung gegen Arminia Bielefeld" und eine unberechtigte Rote Karte gegen den Spieler Mohammed Camara. Als Konsequenz forderten die Westfalen vom DFB: "Sie ziehen dieses Gespann komplett aus dem Verkehr oder Sie suchen für dieses Gespann ein anderes 'Übungs'-Feld weit unterhalb der 3. Liga".
Manager Thomas von Heesen und Nachwuchs-Chef Peter Krobbach, die den Brief unterzeichnet hatten, erklärten zudem, "dass wir in Zukunft auf Grund der geschilderten Vorkommnisse jegliche Ansetzung des SR Marks incl. seiner Assistenten für die Leitung unserer Spiele komplett ablehnen werden".
Als Reaktion auf das Schreiben, so von Heesen, habe Schiedsrichter-Obmann Hellmut Krug dem Verein mitgeteilt, "dass es uns nicht zustehen würde, die Schiedsrichter und ihre Ansetzungen in diesem Maße zu kritisieren". Dies habe man so hingenommen. Da es keine Fernsehbilder von der Partie gab, konnte der Verein die angeblichen Verfehlungen des Referees nicht belegen.
Erst am Dienstag war Marks, der vom inhaftierten Schiedsrichter- Kollegen Robert Hoyzer belastet worden war, vom DFB-Sportgericht im Zuge des Wettskandals gesperrt worden. Ihm wird vorgeworfen, "mit Kunden von Wettbüros Verabredungen zur Manipulation von Spielen der 2. Bundesliga und der Regionalliga getroffen zu haben". Neben der Partie in Berlin soll Marks auch das Zweitliga-Spiel Karlsruher SC - MSV Duisburg (0:3) am 3. Dezember 2004 verpfiffen haben. Auch soll er gemeinsam mit Hoyzer versucht haben, den ebenfalls gesperrten Schiedsrichter-Kollegen Torsten Koop anzuwerben.
Marks hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Seine Anwältin Astrid Koch warf dem DFB-Sportgericht "bloßen Aktionismus" vor und übte harsche Kritik am Urteil. "Beim DFB scheint es - im Interesse der schnellen Beendigung des 'Skandals' - mittlerweile ohne Bedeutung, dass gerade im von Hoyzer genannten Spiel Karlsruhe gegen Duisburg Schiedsrichter Dominik Marks vom DFB-Schiedsrichterlehrwart Eugen Strigel eine souveräne Spielleitung bestätigt wird", erklärte sie in einer Stellungnahme. Der DFB-Kontrollausschuss übersehe, dass es sich bei den Hoyzer-Angaben um die "Angaben eines Beschuldigten handelt, der innerhalb bestimmter Grenzen folgenlos lügen darf", stellte die Juristin fest.