Früher Feierabend?Börse kürzt Handelszeiten
Die Deutsche Börse verkürzt die Handelszeiten auf der elektronischen Plattform Xetra von 20 Uhr auf 17.30 Uhr. Die neue Regelung gilt ab 3. November zunächst für ein Jahr und soll nach sechs Monaten überprüft werden.
Die Deutsche Börse verkürzt die Handelszeiten für die elektronische Handelsplattform Xetra von 20 Uhr auf 17.30 Uhr. Die neue Regelung gilt ab 3. November zunächst für ein Jahr und soll nach sechs Monaten überprüft werden. Die Berechnung des Deutschen Aktienindex Dax nach der Verkürzung der Handelszeit auf Xetra ist nach Angaben der Deutschen Börse jedoch noch nicht abschließend geklärt und soll in den kommenden Wochen bekannt gegeben werden.
Damit sollen die Handelszeiten in Europa harmonisiert werden. Die Börse komme damit dem Wunsch vieler Handelsteilnehmer insbesondere aus dem Ausland nach, die im Zuge vermehrter grenzüberschreitende Geschäfte in Europa eine Angleichung gefordert hatten. Der Handel an Feiertagen bleibt aber bestehen.
Wiederholt hatte es Kritik an der Ausweitung der Handelszeiten gegeben. Die Umsätze in den Abendstunden seien zu gering und verursachten zu hohe Kosten. Der Präsenzhandel an der Frankfurter Wertpapierbörse gehe aber als Angebot für die Privatanleger weiter. Gerade im Abendhandel sei eine vergleichsweise starke Aktivität von Privatanlegern zu verzeichnen, hieß es von der Börse. 95 Prozent der Umsätze werden aber über Xetra abgewickelt.
Die Entscheidung der Deutschen Börse, die Handelszeiten auf der Handelsplattform Xetra zu verkürzen, bedeutet nach Ansicht der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) eine Verschlechterung für die Privatanleger. Aus Sicht der Börse sei der Schritt, den Handel auf die eher ertragreichere Zeit zu beschränken jedoch verständlich, sagte ein DSW-Sprecher. Der Schritt zeige aber auch, dass der Privatanleger für die Deutsche Börse an Bedeutung verloren habe. Die Entscheidung sei jedoch "nicht dramatisch", da nur ein Teil der Privatanleger von der Einschränkung der Handelszeiten betroffen sei.
Für die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) ist die von der FWB Frankfurter Wertpapierbörse geplante verkürzte Handelszeit auf Xetra eine vernünftig Entscheidung. Wenn nicht genügend Handel stattfinde, sei eine Bereitstellung der Dienstleistung wenig sinnvoll, sagte SdK-Sprecherin Reinhild Keitel am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur vwd. Sie äußerte jedoch die Erwartung, dass die Regionalbörsen diesem Schritt nicht folgen werden.
Die Börse in Düsseldorf bleibt denn auch bei dem bisherigen Handelsschluss um 20.00 Uhr, da der Parketthandel auch in Frankfurt weiterhin bis zu dieser Uhrzeit geöffnet bleibt. Ein früherer Handelsschluss in Xetra berücksichtige nur zum Teil die Interessen der Marktteilnehmer an kürzeren Handelszeiten, erklärte am Mittwoch Dirk Elberskirch, Vorstand der Börse Düsseldorf, in einer Stellungnahme zu der Entscheidung der Deutschen Börse.