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Exporte stark rückläufigDeutschland lässt nach

10.12.2003, 08:16 Uhr

Die deutsche Wirtschaft hat im Oktober überraschend deutlich weniger exportiert. Auch der Handelsbilanzüberschuss blieb weit unter den Erwartungen. Der Außenhandelsverband (BGA) hat seine Exportprognosen daraufhin erheblich reduziert.

Die deutsche Wirtschaft hat im Oktober überraschend deutlich weniger exportiert. Auch der Handelsbilanzüberschuss blieb weit unter den Erwartungen. Der Außenhandelsverband (BGA) hat seine Exportprognosen daraufhin erheblich reduziert.

Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, ist der Gesamtwert der deutschen Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Prozent auf 58,2 Milliarden Euro gefallen. Zum September habe der Rückgang damit saisonbereinigt 6,6 Prozent betragen. Die Einfuhren lagen mit 47,4 Milliarden Euro um 0,1 Prozent über dem Niveau vom Oktober 2002 und überstiegen den Wert des Vormonats um 1,6 Prozent.

Der deutsche Handelsbilanzüberschuss veringerte sich auf 10,8 von 14,3 Milliarden Euro im September. Die Leistungsbilanz schloss mit einem Plus von 6,3 nach revidiert 9,4 Milliarden Euro im September ab. Im Vorfeld befragte Konjunktur-Experten hatten im Schnitt mit einem Überschuss in der Handelsbilanz in Höhe von 13,5 Milliarden Euro gerechnet.

Als Ergebnis der schachen Oktoberzahlen hat der Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) seine Export-Prognosen für das laufende Jahr deutlich nach unten revidiert. Nach einem Exportplus von bislang 3,5 Prozent geht der BGA für 2003 jetzt nur noch von Steigerungen zwischen 1,5 und 1,8 Prozent aus. Und auch für die kommenden Monate zeigte sich der Außenhandelsverband zurückhaltend. BGA-Präsident Börner sagte: "Auch für die kommenden Monate ist es aufgrund des schwachen Dollars fraglich, wie stark wir am weltweiten konjunkturellen Aufschwung partizipieren können".

Unterdessen rechnet die Deutsche Bundesbank nach den Worten ihres Präsidenten Ernst Welteke damit, dass die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal und im gesamten kommenden Jahr spürbar wächst. "Wir erwarten im vierten Quartal einen deutlichen Anstieg. Ich gehe von deutlich höherem Wachstum im nächsten Jahr aus", sagte Welteke. Den jüngsten Anstieg des Euro beurteilte Welteke eher gelasssen. Mit einem Überschießen des Wechselkurses sei derzeit nicht zu rechnen.