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Zinssenkung vorausEZB-Chef sendet Signale

03.12.2002, 12:48 Uhr

Zwei Tage vor der nächsten EZB-Sitzung hat nun auch EZB-Chef Wim Duisenberg die Bereitschaft der Europäischen Zentralbank zur Zinssenkung signalisiert.

Zwei Tage vor der nächsten EZB-Sitzung hat nun auch EZB-Chef Wim Duisenberg die Bereitschaft der Europäischen Zentralbank zur Zinssenkung signalisiert.

Seit der letzten Entscheidung im November habe sich der Inflationsdruck abgeschwächt, erklärte Duisenberg. Gleichzeitig seien die Abwärtsrisiken für die Konjunktur gleich geblieben.

Die Inflationsrate könne in den nächsten Monaten zwar noch einmal etwas ansteigen, im Laufe des kommenden Jahres werde aber Preisstabilität erreicht, prophezeite der EZB-Chef. Bei den weiteren Konjunkturaussichten wagte Duisenberg aber keine Prognose. Angesichts der hohen Unsicherheit, die von einem möglichen Irak-Krieg und den Finanzmarktturbulenzen ausgehe, sei ein Aufschwung nach wie vor nur schwer vorherzusagen.

Duisenberg verteidigte die bisher starre Haltung der EZB bezüglich der Zinssenkungen. Die Zentralbank erwarte weiterhin, dass die Inflation in den kommenden Monaten über zwei Prozent liegen werde. Außerdem sei die monetäre Lage sehr unterstützend für das Wirtschaftswachstum. Weder historisch noch real könnten die Zinsraten als ein Hindernis für die Wiederbelebung des Wachstums betrachtet werden.

An den Finanzmärkten wird bereits überwiegend damit gerechnet,dass die EZB jetzt ihren Widerstand aufgibt und die Zinsen um mindestens 0,25 Prozent senkt. Auch ein kräftiger Zinsschritt um 50 Basispunkte wird nicht ausgeschlossen.