Ökonomen besorgtEinzelhandel schrumpft
Mit Enttäuschung haben Bankvolkswirte die jüngsten Zahlen zum Umsatz im deutschen Einzelhandel zur Kenntnis genommen. Die Daten werfen die Frage auf, in welchem Ausmaß mit einer Belebung der privaten Konsumnachfrage gerechnet werden kann. Laut Statistischem Bundesamt wurden im November saison- und kalenderbereinigt 1,8 Prozent weniger umgesetzt.
Mit Enttäuschung haben Bankvolkswirte die jüngsten Zahlen zum Umsatz im deutschen Einzelhandel zur Kenntnis genommen. Die Daten würden die Frage aufwerfen, in welchem Ausmaß mit einer Belebung der privaten Konsumnachfrage in Deutschland gerechnet werden kann.
Das Statistische Bundesamt hatte am Morgen auf Grundlage erster vorläufiger Ergebnisse für November gegenüber dem Vormonat einen Umsatzrückgang von saison- und kalenderbereinigt 1,8 Prozent gemeldet. Ökonomen hatten lediglich ein Minus von 0,2 Prozent erwartet. Zudem wurde das Ergebnis des Vormonats nach unten korrigiert.
Angesichts der ebenfalls recht schwachen Zahlen aus Frankreich müsse man davon ausgehen, dass das Weihnachtsgeschäft in der gesamten Eurozone hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei, urteilte Phyllis Papadavid von Lehman Brothers. Dem Ausgabeverhalten komme aber für die konjunkturelle Erholung des Euroraums eine Schlüsselrolle zu.
Das Konsumklima in Deutschland deute darauf, dass die Verbraucher weiterhin eine beträchtliche Unsicherheit hinsichtlich der konjunkturellen Entwicklung wie der zu erwartenden Einkommen empfinden.
Eine spürbare Beschleunigung der Ausgaben sei erst zu erwarten, wenn die Steuersenkungen ihre Wirkung entfalten. Nicht nur Lehman Borthers, auch die Commerzbank rechnet nunmehr für das 4. Quartal mit einem Umsatzrückgang im deutschen Einzelhandel.
Mit einer baldigen Wende könne nicht gerechnet werden. Darauf deute die in der Tendenz abwärts gerichtete Stimmung in den Einzelhandelsunternehmen. Zudem werde auch durch die teilweise auf 2004 vorgezogene Steuerreform keine Wende eingeleitet, da Entlastungen der privaten Haushalte an anderer Stelle, etwa durch die Änderungen bei der gesetzlichen Krankenversicherung, ausgeglichen würden.
Auch bei Invesco geht man davon aus, dass der Abwärtstrend im Einzelhandel noch nicht gestoppt ist. Das 4. Quartal werde wie das 3. Quartal rückläufige Umsätze mit sich bringen. Das GfK-Konsumklima zeige überdies, dass die Konsumenten von den Steuererleichterungen bislang unbeeindruckt geblieben seien.
Zugleich werde das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr zu gering ausfallen, um weitere Beschäftigungsrückgänge zu vermeiden. Deshalb wird auch für das Gesamtjahr mit einer Stagnation im deutschen Einzelhandel gerechnet.