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Bewegung im Geisel-DramaEntführer fordern Millionen

01.08.2003, 16:29 Uhr

Die Entführer der Sahara-Touristen fordern nach n-tv Informationen Lösegeld. Wie unser Korrespondent in Mali aus diplomatischen Kreisen erfuhr, soll es sich um umgerechnet 4,6 Mio. Euro je Geisel handeln.

Den 14 noch lebenden Sahara-Geiseln geht es offenbar den Umständen entsprechend gut. Dies erfuhr n-tv Korrespondent Mark Kohlbecher in Mali aus diplomatischen Kreisen. Weiterhin berichtete Kohlbecher, die Entführer hätten mittlerweile eine Lösegeldforderung gestellt. Sie verlangten umgerechnet 4,6 Mio. Euro pro Geisel.

Die Bundesregierung stünde in Kontakt mit einem Unterhändler der Geiselnehmer, erfur Kohlbecher weiter. Dieser habe den deutschen Behörden nicht nur ein Video, dass die Entführungsopfer in Mali zeigt, übergeben, sondern auch Briefe der Geiseln. In diesen würde unter anderem der Tod einer deutschen Geisel aus Augsburg beschrieben. Die 46-Jährige sei an Erschöpfung und nicht durch Gewaltanwendung seitens der Entführer gestorben.

In den diplomatischen Kreisen werde nicht von einem schnellen Ende des Geiseldramas ausgegangen, erklärte der n-tv Korrespondent. Derzeit werde versucht, frisches Wasser und Nahrungsmittel zu den Entführten zu bringen.

Bereits am Mittwoch hatte es Meldungen gegeben, wonach den deutschen Sicherheitsbehörden ein aus Mali übermitteltes Video der Kidnapper vorliege, das die Entführten zeige. Das Auswärtige Amt wollte im Interesse der Betroffenen keine Stellungnahme dazu abgeben. Auch das Schweizer Außenministerium in Bern lehnte einen Kommentar ab.

In der Gewalt der Entführer sind noch 9 Deutsche, 4, Schweizer und 1 Niederländer. Sie wurden von Algerien nach Mali verbracht. Insgesamt waren 32 europäische Touristen Ende Februar und Anfang März in der Sahara im Süden Algeriens verschleppt worden. 17 von ihnen wurden im Mai befreit, als algerische Sicherheitskräfte ein Versteck der Salafistischen Gruppe für Predigt und Kampf (GSPC) stürmten und die Entführer töteten.