Ärger mit RambusInfineon schlägt zurück
Infineon Technologies hat ein US-Gericht dazu aufgefordert, die Patentrechtsklage des Chipdesigners Rambus abzuweisen. Die Meldung bewerten Händler positiv. Darüber hinaus will sich der deutsche Chip-Riese von Verlustbringern trennen.
Infineon Technologies hat ein US-Gericht dazu aufgefordert, die Patentrechtsklage des Chipdesigners Rambus abzuweisen.
Wie aus einem auf der Rambus-Website publizierten Dokument hervorgeht, begründet Infineon den Antrag mit der angeblichen Vernichtung von Dokumenten und Falschaussagen durch Rambus. Der Chipdesigner habe nun bis Anfang Januar Zeit, zu reagieren.
Die Rambus-Aktie brach daraufhin am Dienstagabend in New York um 15,19 Prozent ein. Die Klage wird erneut im US-Bundesstaat Virginia verhandelt. Die Münchner Infineon hatte sich 2001 dort gegen Rambus durchgesetzt. Im Berufungsverfahren wurde aber zugunsten des US-Unternehmens entschieden und das Verfahren an das Gericht in Virginia zurückverwiesen.
Abweisung der Patentsrechtsklage gefordert
Rambus hat eine Reihe von Klagen gegen DRAM-Speicherchip-Hersteller angestrengt, bei denen es um Lizenzgebühren in Milliardenhöhe geht. Der deutsche Chipriese muss bereits jetzt jährlich Millionenbeträge an Rambus zahlen, nachdem das Unternehmen diese vor Gericht eingeklagt hat.
In den derzeit laufenden Verfahren fordert Rambus von Infineon, Hynix Semiconductor und Micron Technology weitere Entschädigungen ein, die sogar im Milliardenbereich liegen. Die Meldung, wonach das Unternehmen das US-Gericht aufgefordert hat, die Klage vom US-Konkurrenten abzuweisen, bewerten Händler positiv.
Die Rambus-Aktie brach am Dienstag deutlich ein. Ein Marktbeobachter hält es durchaus für realistisch, dass die Klage abgewiesen wird.
Verlustbringer abstoßen
Weiterhin wurde bekannt, dass der Chiphersteller Infineon sich von Verlustbringern unter seinen Konzernaktivitäten trennen will. "Wenn wir erkennen, dass ein Geschäft nicht profitabel werden kann, werden wir sehr konsequent sein", wird Vorstandschef Wolfgang Ziebart in der Zeitung "Financial Times Deutschland" (FTD) zitiert.
"Wir kappen Projekte, die für uns keine Zukunftsrelevanz haben", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge. Betroffen seien kleinere Sparten wie die Venture-Capital-Aktivitäten und die Forschung mit Biochips.